Jemand wird am Arbeitsplatz nicht mehr gegrüßt, Informationen werden nicht weitergegeben, Besprechungen finden statt und man weiß nichts davon. Er oder sie wird mehr und mehr an den Rand gedrängt. „Mobbing“ heißt dieses Phänomen. Bis zu 300.000 Menschen in Österreich sind davon betroffen. Die Betriebsseelsorge Oberösterreich hat bereits vor sieben Jahren ein Mobbing-Telefon installiert. Betroffene können sich ano-nym, vertraulich und kostenlos melden und Hilfe bekommen. „Es ist eine Erstberatung“, sagt Anna Wall-Strasser, die Leiterin der Betriebsseelsorge. „Es geht darum zu hören, versuchen zu verstehen und den Betroffenen selbst helfen zu verstehen, um was es da eigentlich geht.“ Womöglich gibt es einen ersten Schritt zur Veränderung. Ansonsten besteht die Möglichkeit, mehrmals Beratung in Anspruch zu nehmen. Wenn es sinnvoll erscheint, werden Betroffene zur Lebensberatung von beziehungleben oder zur Rechtsberatung der Arbeiterkammer weitervermittelt.Für Anna Wall-Strasser wären Vorgesetzte dafür verantwortlich, Konflikte wahrzunehmen, aber sie sieht: „Manchmal wird das bewusst zugelassen, als Mittel, eine Mitarbeiterin oder einen Mitarbeiter loszuwerden.“ Denn in alten Arbeitsverträgen verlieren Mitarbeiter/innen im Fall einer Kündigung ihren Anspruch auf Abfertigung.
- Mobbing-Telefon der Betriebsseelsorge Oberösterreich:Tel. 0732/76 10-36 10. Jeden Montag von 17 bis 20 Uhr (ausgenommen Feiertag); www.mobbingtelefon.at