Mit der SEI-SO-FREI-Adventsammlung werden heuer vor allem Gesundheits-projekte unterstützt – wie sie zum Beispiel Saria A. Anderson in Tansania organisiert.
Das Hauptgeschäft von Saria Anderson ist die Landwirtschaft (KIZ Nr. 47 berichtete auf den Seiten 10 und 11). Sie berät in der Mara Region am Viktoria See mit großem Erfolg Familien, damit diese vom Ertrag ihrer Felder leben können und nicht nur vegetieren. Aber Saria macht nicht bei der wirtschaftlichen Entwicklung Halt. Weil ihr die Menschen vertrauen, hören sie ihr auch bei Themen zu, die in den Dörfern verschwiegen werden: Aids und die Beschneidung von Frauen. Die Genitalverstümmelung, wie der Eingriff an jungen Mädchen bezeichnet werden muss, zu thematisieren, ist aber besonders schwierig. Vom Staat unter Strafe verboten, leben die von Dorf zu Dorf unterschiedlichen Traditionen der Beschneidung dennoch weiter. Seit zehn Jahren schon ist Saria als Landwirtschaftsexpertin in der Region tätig, die Beschneidung konnte sie erst Jahre später ansprechen. Heute zeigt sich folgende Situation: Die Leute – vor allem die Frauen – hören aufmerksam zu und greifen mit großem Interesse nach den Broschüren, die dazu verteilt werden, aber eine offene Diskussion in großer Runde ist immer noch nicht denkbar. Doch Saria fühlt , dass sich langsam das Bewusstsein wandelt, auch wenn man ganz selten Ergebnisse sieht. Eine große Ausnahme ereignete sich erst kürzlich: ein 15-jähriges Mädchen verließ ihre Familie, um der Beschneidung zu entgehen und zog zu ihren Verwandten. „Als Aktion SEI SO FREI fördern wir die Bewusstseinsbildung über die Genitalverstümmelung, weil es um die Würde der Frauen geht“, erklärt Projektreferent Franz Hehenberger.