Für sein Integrations-Engagement bekam der Verein migrare den Menschenrechtspreis
Ausgabe: 2010/50, Integrations-Engagement, Verein, migrare, Menschenrechtspreis , Pühringer, Arbeit
15.12.2010
- Ernst Gansinger
Am 9. Dezember hat der Verein migrare sowie Anneliese Ratzenböck (siehe Seite 27) den Menschenrechtspreis des Landes OÖ erhalten. migrare tritt für ein Miteinander ein, engagiert sich gegen Ausgrenzung und gibt so den Menschen Würde, hob Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer hervor.
„migrare Zentrum für MigrantInnen OÖ“ ist seit 25 Jahren Anlaufstelle für Menschen, die nach Österreich zugewandert sind. Die 27 Mitarbeiter/innen des Vereins betreuten vergangenes Jahr 12.000 Personen mit 31.000 Beratungen. Diese Arbeitsbilanz präsentiert Mümtaz Karakurt MAS, der mit Mag. Christian Hinterberger die Geschäfte des Vereins führt. Den Menschen Würde geben, ist ein menschenrechtliches Handeln, führte der Landeshauptmann in seiner Lobrede aus, in der er das antirassistische Engagement von migrare und das aktive Mitgestalten an gesellschaftlichen Entwicklungen unterstrich.
Beraten, bilden, sensibilisieren. Neben arbeitsmarktbezogener Beratung und Bildungsberatung, jeweils im Auftrag des Arbeitsmarktservice, sowie Qualifizierungsangeboten für Migrant/innen wendet sich migrare mit Bildungsangeboten auch an Organisationen, Schulen und Behörden. Damit will migrare für interkulturelle Kompetenz und gleichberechtigtes Miteinander sensibel machen.
Recht auf Arbeit. Die Arbeit von migrare wird schwieriger, sagt Mümtaz Karakurt. „Heute wird Integration gegen Migrant/innen verwendet. Einengende Gesetze werden verabschiedet und Hürden aufgestellt. Wenn wir die überspringen, sind wir integriert, sonst nicht.“ Im Rahmen der Menschenrechtspreis-Verleihung wies Karakurt darauf hin, dass migrare täglich mit Menschen zu tun hat, über die menschenverachtend geredet wird. „Wir interpretieren den Preis so“, sagte er, „dass damit ein Zeichen gesetzt wird: Stopp, wir wollen über die Menschen, die ihr Heimatland verlassen haben, anders reden.“ Seine Forderung: Wer hier lebt, arbeitet oder lernt, muss auch ein Recht haben, hier zu leben. Und wer hier ein Recht hat zu leben, muss auch ein Recht haben zu arbeiten.