Qualitätsvolle Musik und anspruchsvolle Predigten machen seit dem Beginn vor 25 Jahren die Gottesdienste in der Ursulinenkirche aus. Zum Programm gehören kulturelle Veranstaltungen und spannende Kooperationen mit Linzer Kulturhäusern.
Die Pfarr- und Fangemeinde der Ursulinenkirche an der Linzer Landstraße ist mittlerweile auf bis zu 150 Besucher/innen gewachsen. Diese kommen aus Linz, Traun und Steyr. An jedem Sonn- und Feiertag lädt die Hauskirche des Forums St. Severin (vormals Katholischer Akademikerverband) ein, abends um 20 Uhr den Gottesdienst zu besuchen. Künstlerisch, intellektuell und spirituell interessierte Menschen lassen sich von den Angeboten besonders ansprechen.
1985 hat hier die erste Musiknacht in Linz stattgefunden. Sie fand vom Start weg großen Anklang. „Unsere bestbesuchte Veranstaltung ist die Passion am Karfreitag“, erzählt Peter Paul Kaspar, Akademiker- und Künstlerseelsorger der Diözese Linz und Rektor der Ursulinenkirche nicht ohne Stolz, „bis zu 500 Interessierte feiern mit uns die Passion im Gottesdienst.“ Auch hier ist, wie bei allen anderen Gottesdiensten, die Musikauswahl wohl durchdacht. Drei Uraufführungen waren bislang zu hören – keine Passion wiederholt sich.
Musik im Gottesdienst. „Musik ist die zweite Sprache der Liturgie“, unterstreicht Kaspar die Bedeutung der Musik. Dass sie nicht schmückendes Beiwerk oder klanglicher Teppich zur Untermalung liturgischer Akte, sondern selbst Liturgie ist, ist auch in seinen zahlreich erschienenen Büchern über Musik und Religion nachzulesen – und in den Gottes-diensten zu erleben. „Diese Balance hat bei uns Erfolg. Der Zelebrant ist auch einer, der bewusst zuhört, das ist ein gutes Signal“, meint der Musiker und Priester. Auch die Stille bekommt ihren Raum. Das gelte für ihn genauso wie für Dr. Markus Schlagnitweit von der Kath. Hochschulgemeinde. Die beiden teilen sich die Predigtdienste auf, als Priester und Prediger sind nun beide in der Gemeinde gefragt. Nach dem Gottesdienst werden einmal monatlich die Türen der Sakristei zur Agape und zum Gespräch geöffnet. Der Austausch mit der Gemeinde ist den beiden Seelsorgern wichtig.
Kunst und Kirche. Künstlerseelsorger Kaspar versteht sich als Brückenbauer zwischen Kunst und Kirche. Durch seine Kontakte konnte er über die Jahre hindurch vielen Menschen aus beiden Bereichen die Tür öffnen. Ein Jahrzehnt war das Landestheater mit Ballett präsent, mit der Anton Bruckner Universität gibt es regen Austausch, viele Musiker/innen und Studierende gestalten hier seit 25 Jahren Gottesdienste. Mit der „Kunst in der Krypta“, dem Künstlersonntag, der Kooperation mit dem Offenen Kulturhaus und der Einbettung ins Oö Kulturquartier lässt sich die Reihe fortsetzen. Begegnungen mit Künstlerinnen und Künstlern und ihrer Kunst beleben so die Gemeinde in der Ursulinenkirche bis heute.