Einen Gottesdienst mit Lesung in hebräi-scher Sprache aus einer Torarolle feierten Student/innen und Professor/innen der Katholisch-Theologischen Privatuniversität Linz zum Tag des Judentums
Um sich die untrennbare Verbindung der Christen zum Judentum bewusst zu machen, wird seit dem Jahr 2000 am Tag vor dem Beginn der Weltgebetswoche für die Einheit der Christen der Tag des Judentums begangen. An der KTU wurde heuer dieser Gedenktag mit einem Vortrag über die jüdische Leben-Jesu-Forschung und einem Gebetsgottesdienst begangen, der jene Elemente hervorhob, die die Verwurzelung der christlichen Liturgie im Judentum sichtbar machten. Eröffnet wurde die Feier mit einer Licht-Preisung und dem Einzug mit der Torarolle. Der Bedeutung des Wortes Gottes entsprechend hörten die Gottesdienstbesucher/innen stehend die Lesung, die Prof. Franz Hubmann in Hebräisch vortrug sowie Prof. Susanne Gillmayr-Bucher übersetzte und auslegte. Aus den Schriften des neubundlichen Gottesvolkes las Prof. P. Ewald Volgger OT, der der Liturgie vorstand, die Seligpreisungen aus der Bergpredigt. An eine Kurzansprache schloss sich ein ausführliches Fürbittgebet an, das an das jüdische „Achtzehnbittengebet“ angelehnt war.
Der emeritierte Linzer Alttestamentler Franz Hubmann zeigt im Anschluss an den Gottesdienst die Torarolle, die die fünf Bücher Mose enthält, und er erläutert die Vorschriften, nach denen sie geschrieben werden muss, damit sie in einer Synagoge verwendet werden darf.