Die Fastenzeit wird gerne genutzt, um die alltäglichen Konsum- und Verhaltensmuster zu überdenken. Durch merkbare Reduktion von geliebten Gewohnheiten oder gar Verzicht – der Bogen spannt sich von Chips beim Fernsehen bis zur Autonutzung bei jeder Gelegenheit – kann man gut einschätzen, wie wichtig diese Dinge tatsächlich fürs tägliche Leben sind.
Brauchen wir, was wir haben? Wahrscheinlich nicht alles. Vieles ist schön, aber nicht notwendig. Schon nach einigen Wochen „ohne“ geht es gar nicht mehr ab. Manche nennen das auch „Ballast abwerfen“.
Beim Überlegen, worauf man in der heurigen Fastenzeit zumindest für einige Wochen verzichten könnte, kommt auch das Handy unweigerlich ins Spiel. Und nachdem das Mobiltelefon nicht nur der (dauernden) Erreichbarkeit dient, sondern längst zu einem multifunktionellen Lebensbegleiter geworden ist, sagen viele Menschen: „Nein, Handyfasten geht bei mir nicht!“, und liefern gleich stichhaltige Gründe mit. Manche sind via Festnetz gar nicht mehr erreichbar, weil dieses längst abgemeldet ist. Andere verwalten ihre komplette Terminplanung digital. Auch innerfamiliäre App-Gruppen, die das Leben nicht nur wesentlich erleichtern, sondern tatsächlich weg- und zeitsparend, also sinnvoll sind, lassen ein Handyfasten eher nicht zu.
Dass man seine Einkaufslisten und Spielgewohnheiten auch für kurze Zeit nicht auf analog umstellen kann, gilt wohl nicht als zwingende Begründung gegen ein Handyfasten. Gruppen von Schüler/innen haben mehrfach bewiesen, dass auch die Präsenz auf Social-Media-Plattformen durchaus für einige Zeit ruhen kann, ohne dass dies den „sozialen Ruin“ bedeutet.
Vielleicht ist es ja für manche ein gangbarer Weg, das Mobiltelefon in der Fastenzeit nur „sinnvoll“ zu benutzen. Aber was ist sinnvoll?