In Stein gemeißelt. Daran ist nicht zu rütteln. Was auf Dauer gelten soll, wird festgehalten in Stein. Selbst die Gebote Gottes hat Mose auf Steintafeln vom Gottesberg getragen.
Ausgabe: 09/2017
28.02.2017
- Mattäus Fellinger
Auf Malta befinden sich die ältesten Tempelanlagen der Welt, Jahrtausende bevor die Geschichte Israels mit seinem Gott zu erzählen begonnen wurde, hat man sie errichtet. Wind und Salz machen den Oberflächen zu schaffen, seit sie aus der Erde gegraben wurden. Lange hält, was in Stein gemeißelt ist. Aber nicht ewig. So stehen die alten Tempel da als steinerne Zeugen der Vergänglichkeit. Die Fastenzeit ist angebrochen. Es geht um das Bedenken der Endlichkeit. Selbst die steinernen Tafeln mit den GottesGeboten sind in den Wirren der Geschichte verloren gegangen. Was als Prunkzeichen gedacht war, all die prächtigen Bauten und Kunstwerke der Vergangenheit: Jetzt erinnern sie an das Zu-Ende-Gehen.
Die Fastenzeit erzählt von diesem Anderen. Stein genügt nicht. Es braucht anderes Material. Die Köpfe und Herzen des Menschen sind der neue Bewahrungsort dessen, was Geltung haben soll. Dort lebt es – oder nicht.
Hinweis: Bilder von der KiZ-Leser/innenreise nach Malta finden Sie hier