Rund acht Jahre nach Einrichtung der Seelsorgestelle St. Elia ist diese gut etabliert in der Linzer Solarcity. Pfarrassistent Martin Schachinger setzt in der jüngsten katholischen Gemeinde Oberösterreichs auf offene Zugänge in der Seelsorge.
In der Solarcity leben mit 26,75 Jahren die im Schnitt jüngsten Katholiken der Diözese Linz. Die junge Bevölkerung prägt den neuesten Stadtteil der Landeshauptstadt. Ein Beispiel: Allein das Gymnasiums in der Solarcity besuchen 1000 Schüler. Die von manchen Seiten geäußerten Befürchtungen es könnten in der Solarcity einmal zu viele Jugendliche leben, teilt Martin Schachinger nicht: „Das ist positiv, die Jugendlichen gehören dazu. Es gibt genug Kräfte, die sich kümmern.“, sagt der Pfarrassistent von St. Elia. Eine davon ist die Seelsorgestelle: „Wir brauchen uns da als Kirche sicher nicht zu verstecken“, betont Schachinger. So wird neben den Jungschargruppen auch die Zielgruppe der über 14-Jährigen mit einem Treff angesprochen.
Beliebte Kinderfeste. Bewährt ist auch der Schwerpunkt in der Arbeit mit Kindern. Sehr beliebt sind kirchliche Feiern wie Nikolaus oder das Martinsfest. Speziell angesprochen werden die Familien mit eigenen Gottesdiensten. „Die Kinder können sich bewegen und aktiv mitmachen. Das ist ganz anders als in meiner Kindheit, wo man in der Kirche immer ganz ruhig sein musste“, erzählt Martina Marton, Pfarrsekretärin von St. Elia und vierfache Mutter. Die Seelsorgestelle St. Elia ist in der Solarcity gut verankert. „Wir genießen in der Bevölkerung ein hohes Vertrauen“, sagt Martin Schachinger, der seit dem Start im Jahr 2003 Pfarrassistent von St. Elia ist. Der Anspruch des Seelsorgers: „Die Leute sollen sich durch uns hier immer stärker beheimatet fühlen.“ Dass so viele junge Familien im Stadtteil leben, ist für die ehrenamtliche Arbeit in St. Elia eine besondere Herausforderung. Schachinger: „Die Leute stehen voll im Berufsleben. Und mit kleinen Kindern ist es schwierig, sich am Abend für eine Sitzung Zeit zu nehmen.“ Viel leichter sei es, jemand für punktuelles Engagement zu begeistern. „Die Motivation ist sehr hoch, bei den kirchlichen Festen mitzuarbeiten.“
Ausgetretene gleichbehandeln. Rund 50 Kinder sind in der Solarcity durchschnittlich jedes Jahr bei der Erstkommunion. Schachinger, der auch Religionslehrer an der Volksschule in der Solarcity ist, sagt dazu: „Die Klassen sind fast geschlossen dabei.“ Das ist außergewöhnlich in einem 4000-Einwohner-Stadtteil, bei dem die Statistik 1700 Katholiken ausweist. Es gibt aber neben den offiziellen Katholiken einige Ausgetretene, die ihrem Kind die Erstkommunion nicht verweigern wollen. Schachinger: „Die Offenheit für den Glauben ist da.“ Einen Unterschied zwischen Kirchenmitgliedern und Ausgetretenen will Schachinger möglichst vermeiden: „Wenn die Frage ist, ob wer dabei ist oder nicht, brauch’ ich keine Seelsorge machen.“