Bischof Dr. Ludwig Schwarz wurde vor zehn Jahren zum Bischof geweiht. Wie er Kritik an seinen Entscheidungen verträgt und warum ihm um nichts leid ist, hat er der KirchenZeitung in einem persönlichen Gespräch verraten.
Vor zehn Jahren, am 25. November 2001, empfing Dr. Ludwig Schwarz die Bischofsweihe (er wurde am 15. Oktober 2001 zum Weihbischof in Wien bestellt). Aus diesem Jubiläums-Anlass laden am Christkönigssonntag, 20. November, das Domkapitel und der Generalvikar der Diözese Linz um 10 Uhr zum Festgottesdienst in den Linzer Mariendom ein.
Die KirchenZeitung führte mit Bischof Ludwig ein Gespräch, in dem der Bischof Rückschau hält und in die Zukunft blickt.
In Gehorsam. Er hat in Gehorsam gegen den Papst Ja zum Bischofsamt gesagt. Dieses Ja hat er wiederholt, als er Bischof von Linz wurde (18. September 2005). Die Leitung einer großen Diözese sei natürlich eine schwierigere Aufgabe als die eines Weihbischofs an der Seite eines Diözesanbischofs, gibt Bischof Ludwig zu bedenken. „Es war mir klar, dass ich in die Aufgabe hineinwachsen muss. Ich habe von Anfang an mit der Hilfe der diözesanen Gremien und Räte gerechnet.“
Bereichernde Aufgaben. Mit den umfangreichen Aufgaben als Bischof sei natürlich der Verzicht auf manches Herkömmliche verbunden, meint Bischof Ludwig auf die Frage, ob es ihm leid tue, viele persönliche Interessen zurückstellen zu müssen. „Dafür aber gibt es auch eine Fülle von neuen Aufgaben, Begegnungen und Erfahrungen, die bereichernd sind.“ Aus der Vorstellung in der KirchenZeitung zu seiner Amtseinführung als Linzer Bischof ist bekannt, dass er dem Fußball verbunden ist. – War er als Bischof schon einmal bei einem Fußballspiel in Linz? – „Ja, mit meinem Bischofsvikar Vieböck war ich bei einem LASK-Spiel im Stadion.“
Vorrangig ist die Leitung der Diözese. Bischof Ludwig Schwarz ist über seine Aufgaben als Diözesanbischof von Linz hinaus auch in der und für die Weltkirche engagiert: Als in der Bischofskonferenz für die Mission und Entwicklungshilfe zuständiger Referatsbischof und als Mitglied der Arbeitsgruppe, die liturgische Texte für ein neues Messbuch übersetzt (es wird im Herbst 2013 erscheinen). Was ist ihm die liebste Tätigkeit – die diözesane oder die weltkirchliche? „Alle genannten Bereiche sind interessant und wichtig. An oberster Stelle steht natürlich die Leitung der Diözese.“
Berührende Begegnungen. Bischof Ludwig ist an fast allen Wochenenden für drei Tage auf Visitation in den Pfarren. „Das sind wertvolle Erlebnisse. Ich bin dort für den pastoralen Einsatz der haupt- und ehrenamtlichen Laien ebenso wie der Priester und Diakone aufrichtig dankbar.“ „Herausfordernd und beglückend“ sind dabei für den Bischof die Sitzungen, Gespräche und Gottesdienste, „berührend“ die Begegnungen bei Krankenbesuchen, „eine Freude“ die Kindersegnungen, zu denen viele Mütter und Eltern mit ihren Kindern in die Kirche kommen.
Der Kritik muss man sich stellen. Wer in der Kirche ein Leitungsamt ausübt, müsse auch mit Kritik an seinen Entscheidungen rechnen. Bischof Ludwig versteht seine Aufgabe als Diözesanbischof auch darin, „das kirchliche Lehramt im Leben der Diözese deutlich zu machen.“ Er fügt hinzu: „Ich habe aber immer versucht, im Gespräch und im Dialog diese Anliegen zu erklären und zu klären.“
Das wohl schönste Erlebnis. Das schönste Erlebnis in seiner bisherigen Bischofszeit „war wohl die Seligsprechung von Franz Jägerstätter“. Mit zu den schönsten Erlebnissen gehören auch der Mitteleuropäische Katholikentag in Mariazell und die festlichen Jugendgottesdienste von Seiten der Katholischen Jugend OÖ und von Erneuerungsbewegungen.
Wünsche für die Zukunft. Kraft schöpft Bischof Ludwig Schwarz – „wie jeder andere von uns – aus dem Gebet, der Begegnung mit Christus, aus den Sakramenten, vor allem aus der Feier der heiligen Eucharistie, und aus der Gemeinschaft der Gläubigen“. So bittet er um den Beistand Gottes, um den Dienst weiterhin gewissenhaft und gut versehen zu können. Für die Diözese wünscht er sich, dass die Menschen sich immer bewusster an Christus ausrichten.