Ebenso wichtig wie Kochen und Sauberhalten der Räume ist das Dasein, sagt Pfarrer Hermann Pachinger über den Beruf der Pfarrhaushälterin. Pfarrer Pachinger gehörte mit seiner Schwester Maria zu den Gründungsmitgliedern der Berufsgemeinschaft der Pfarrhaushälterinnen Oberösterreichs. Vergangene Woche feierten die Pfarrhaushälterinnen bei ihren Bildungstagen in Vöcklabruck das 35-jährige Bestehen ihrer Berufsgemeinschaft. Pfarrer Pachinger aus Wolfsgegg (Atzbach und Niederthalheim) hielt dabei den Festgottesdienst. Es tut den Menschen gut, wenn sie im Pfarrhof Licht sehen, ein bewohnter Pfarrhof schafft ein positives Lebensgefühl in der Kirche, sagt Pachinger. Häufig sind es die Pfarrhaushälterinnen, die man im Pfarrhof antrifft, da die Priester zwischen mehreren Pfarren unterwegs sind.
Berufsgemeinschaft. Die Gründung der Berufsgemeinschaft 1976 war eine wichtige soziale Maßnahme der Diözese, die auch hoch an der Zeit war. Viele ungeregelte Dienstverhältnisse wurden saniert, es wurde eine wirtschaftliche Absicherung erreicht und es werden seither Möglichkeiten zur Weiterbildung und Pflege der Gemeinschaft geboten. Heute hat die Berufsgemeinschaft 362 Mitglieder, 129 von ihnen sind pensioniert. Von den 233 aktiven haben etwa 70 eine Vollanstellung.
Bildungstage. Bei den aktuellen Bildungstagen beschäftigen sich die Pfarrhaushälterinnen unter anderem mit dem Thema „Umgang mit Hilfesuchenden“. Pastoralassistentin Roswitha Kettl gab Tipps, wie Pfarrhaushälterinnen als Erst-Ansprechpartnerinnen Trauernden, um Rat Fragenden oder Bettlern begegnen können.