Ausgabe: 46/2011, Israel, Österreich, Palästiner, UNESCO, UNO
21.11.2011
„Dass Österreich der Aufnahme der Palästinenser in die UNESCO (Organisation der UN für Erziehung, Wissenschaft und Kultur) zugestimmt hat, ist für mich eine Enttäuschung“, betonte Aviv Shir-On. Der israelische Botschafter in Österreich war kürzlich auf Einladung von ORF-Landesdirektor Helmut Obermayr und den Rotary Clubs im Landestudio Linz zu Gast und erläuterte die Position seines Landes über das Verhältnis Israels zu Palästina und sorgte mit seinem Statement für eine angeregte Debatte. Den Palästinensern warf er vor, die Vorteile eines Staates zu genießen, ohne den Konflikt mit Israel zu lösen. Er wies auf Schulbücher hin, in denen Hass gegen Israel geschürt würde, und auf Landkarten, auf denen Israel nicht eingezeichnet sei. (Dass es umgekehrt von radikalen jüdischen Kräften herausgegebene ähnliche Literatur gibt, erwähnte er nicht.) Im Blick auf den arabischen Frühling meinte er, dass sich die Fragezeichen mehren. Iran, Al Kaida, Hisbollah und Hamas versuchen aus der Situation Kapital zu schlagen, so Shir-On. Zur Zukunft Israels und der Palästinensischen Autonomiegebiete verwies der Botschafter auf die Zwei-Staaten-Lösung: „Zwei unabhängige Staaten waren 1947 die richtige Lösung und sind es auch heute noch.“ Da die Palästinenser damals den Teilungsplan der UNO für null und nichtig erklärten, müsse man über die Grenzen neu verhandeln.