BRIEF_KASTEN
| Dass Frauen keine erfolgreichen Spiele erfinden, könnte man meinen, wenn man auf die Liste der ausgezeichneten Spiele der vergangenen Jahre schaut. Aber: Dieses Vorurteil muss spätestens nun korrigiert werden. Denn mit Susan McKinley Ross und Carmen Kleinert heimsten zwei Frauen die beiden begehrtesten deutschen Spielepreise ein. Alles zu seiner Zeit“, sagt Carmen Kleinert, die bei Zoch ihr Kinderspiel des Jahres 2011 „Da ist der Wurm drin“ verlegt hat. „Alles zu seiner Zeit. Ein Spiel setzt sich nicht nur deswegen durch, weil ein männlicher Autor dahintersteckt. Entscheidend sind Spielidee und Umsetzung“, sagt Kleinert. Und sie betont, wie wichtig eine ansprechende Illustration ist. „Der visuelle Einfluss ist enorm.“ Tatsächlich ist entgegen dem Titel des Spiels auch in der grafischen Gestaltung alles andere als der Wurm drin. Und wieder war es eine Frau, die für die grafische Umsetzung zuständig war: Heidemarie Rüttinger. Vom Spieler zum Erfinder. Ganz ähnlich sieht es die US-Amerikanerin Susan McKinley Ross, die mit „Qwirkle“ bei Schmidt das „Spiel des Jahres 2011“ veröffentlicht hat. Frauen hätten sich nicht bewusst als Spiele-Autorinnen zurückgehalten, meint sie. Verschiedentlich waren sie ja auch schon bisher erfolgreich in Zusammenarbeit mit männlichen Illustratoren. McKinley Ross weist darauf hin, dass viele Spiele-Gestalter zunächst Spieler waren. Und weil es mehr männliche Spieler gibt, gebe es auch mehr Spiele-Autoren als -Autorinnen. Aber mit zunehmendem Frauenanteil in der Gemeinde der Spielenden werde es auch mehr Spiele-Erfinderinnen geben. Spaß und Gemeinschaft. Die Sicht der Spielenden ist bei der Entwicklung eines Spiels von vorderster Bedeutung. Zumindest hält es Carmen Kleinert so. Als sie an der Idee feilte, Würmer mit Würfelgeschick durch den Gemüsegarten unterirdisch schleichen (oder schleimen?) zu lassen, war ihr wichtig, woran ihre Tochter Spaß hat und dass sie beide beim Spiel-Probieren miteinander eine tolle Zeit verbringen konnten. Leicht lernen und leicht merken. Ein gutes Familienspiel muss leicht zu lernen und leicht zu merken sein. Es sollte auch viele Altersschichten ansprechen und allen in der Familie Spaß machen. Diese einleuchtenden Prinzipien formuliert Susan McKinley Ross nicht nur, sie setzte sie auch eindrucksvoll bei dem Legespiel „Qwirkle“ um. Ein gutes Familienspiel, so McKinley Ross weiter, kann immer wieder gespielt werden und die Familie kann Erinnerungen an die gemeinsam verbrachte Zeit bilden. Spiele zu gewinnen. Dank der Unterstützung des Verlags Zoch und des Verlags Ravensburger können wir im „Club“ dieser Ausgabe (Seite 23) einige Spiele verlosen, die wir in der Spalte rechts kurz besprechen. Spiele-EmpfehlungenAquilea. Das Zoch-Spiel von Cielo D’oro ermuntert in der Wettarena zum Glücksspiel, kombiniert mit spielerischer Rafinesse. Es braucht 3 bis 5 Spieler/innen ab 12 Jahren, für die eineinhalb Stunden Spiel wie im Flug vergehen. Preis: € 35,– .Da ist der Wurm drin. Würfel-, Merk- und Gewinner-Vorhersage-Spiel für 2 bis 4 Spieler/innen ab 4 Jahren aus dem Zoch-Verlag von Carmen Kleinert, Dauer: eine knappe halbe Stunde, Preis: € 17,–. Tante Trudels Trödel. Zoch-Spiel von Steffen Bogen ums Einkaufen in einem Trödlerladen, bei dem es ums Gewicht, nicht um die Preise geht. 2 bis 4 Spieler/innen ab 7 Jahren, Spieldauer: 20 Minuten, etwa € 30,– €. Wollmilchsau. Zoch-Kartenspiel von Liesbeth Bos für 2 bis 6 Spieler/innen ab 8 Jahren, Dauer: etwa eine halbe Stunde, Preis: € 10,–. Fuchs & Fertig. Zoch-Kartenspiel von Bernhard Weber für 2 bis 5 Spieler/innen ab 6 Jahren; Dauer: etwa eine Viertelstunde, Preis: € 8,–. Casa Grande. Ravensburger-Familienspiel von Günter Burkhard, ab 8 Jahren, für 2 bis 4 Spieler/innen, dauert etwa eine Stunde, Preis: € 25,–€. Asara. Das komplexe Ravensburger-Spiel des bewährten Autoren-Duos Wolfgang Kramer und Michael Kiesling hat heuer den österreichischen Preis „Spiel der Spiele“ gewonnen. 2 bis 4 Spieler/innen ab 10 Jahren wetteifern um den Bau der meisten und höchsten Türme. Ein Spiel für Menschen, die sich gerne ein wenig Zeit zum Regelstudium und zum „Hineinspielen“ in ein sehr reizvolles Spiel nehmen. Spieldauer: eine Dreiviertelstunde. Preis: € 26,–€. Das verrückte Labyrinth – elektronisches Brettspiel. Die Spieler/innen müssen einen Zauberbann brechen. Durch das magische Buch können die Spieler/innen mit den Bewohnern des Labyrinths in Kontakt treten. Spiel für 2–4 Spieler/innen, das bis zu 60 Minuten dauert. Preis: € 30,– bis € 35,–. |
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