Reihe „Theologie vor Ort“ zum Thema „Ich esse, also bin ich“
Ausgabe: 47/2011, Essen, Theologie vor Ort, Reihe, Kulturen, Wassilowsky,
13.12.2011
In allen Kulturen besitzt das gemeinsame Mahl eine zentrale Bedeutung. Günther Wassilowsky spricht über die Kulturgeschichte des Essens und Trinkens.
In der Geschichte und in allen Religionen war – und ist es immer noch – das gemeinsame Mahl ein unverzichtbarer Bestandteil von Festen, ob privat oder öffentlich. Es war ein Ritual der Zusammengehörigkeit, der Freundschaft und des Friedens. Die Mahlzeit bot zudem eine Gelegenheit, die eigene soziale Stellung zu repräsentieren. In der Esskultur einer Gesellschaft drückt sich ihre Ordnung aus, meint Dr. Günther Wassilowsky, Professor für Kirchengeschichte an der Katholisch-Theologischen Privatuniversität Linz. Die Entwicklung des guten Geschmacks und der feinen Tischsitten haben demnach an der Wende vom Mittelalter zur Neuzeit die Gesellschaft erst hervorgebracht. Ein Einblick in die Speisepläne und „Kochkünste“ des Mittelalters zeigt: Die Gelage, wie sie in der bildnerischen Kunst oft dargestellt werden, entsprachen nicht dem tatsächlichen Leben der überwiegend armen Bevölkerung. Welche gesellschaftliche Rolle Essen und Trinken heute spielen, das gilt es zu untersuchen.
- Mo., 28. 11., 19.30 Uhr, Bioschule Schlägl - Di., 29. 11., 19 Uhr, St. Franziskus, Ried/I. - Do., 1. 12., 19.30 Uhr, Maximilianhaus, Attnang - Mi., 7. 12., 19.30 Uhr, Dominikanerhaus, Steyr