Einen Tag ohne rinnende Nase kann man sich im trüben Dezember mit zwei kleinen Kindern rot im Kalender anstreichen, so selten passiert das. Winter ist Schnupfenzeit, was uns derzeit zu Stammgästen in der Apotheke macht. Dort bekommen wir nicht nur das dringend Benötigte. Was beim Billa das Extrablatt Wurst ist, ist hier ein Stück Traubenzucker oder ein Comic-Heftchen. Natürlich ist das nett, keine Frage. Auch über das Kinderbüchlein, das Sohn und Tochter in der Apotheke geschenkt bekommen, freue ich mich zuerst. Es handelt vom Schnupfifant, der es zuerst mit Hausmitteln probiert, da überhaupt nicht gesund wird und dem erst wieder wohl wird, als er das richtige Medikament „einwirft“. Die Form der Werbung ist natürlich sehr problematisch. Da der Ruf nach Verboten im Kinder- und Jugendbereich momentan wieder „in“ ist, könnte man natürlich auch darüber nachdenken, solche Werbebilderbücher zu verbannen. Was aber wahrscheinlich sinnlos wäre, weil sich das wieder umgehen lassen würde. Tröstlicher ist da der Gedanke, dass diese Form der Produktplatzierung in den allermeisten Fällen sowieso bei den Eltern eine abstoßende Wirkungen haben wird, und der Hausverstand in diesem Fall ein besseres Mittel als ein Verbot ist.