Alle reden von „Schuldenbremse“ – und meinen das Geld. Wenn man mehr schuldig ist, als man geben kann, hat man ein Problem. Nicht nur bei den Schulden ist es so. Mehr noch bei der Schuld. Es gibt ein Problem heutzutage: Wohin mit der Schuld? Die Verbrechen des Nationalsozialismus, Missbrauch in Heimen, Korruption – die Schuldliste ist lang. Solche Schuld lässt sich nicht einfach abstottern oder durch eine „Schuld-Bremse“ in den Griff bekommen. Unumkehrbar ist etwas zerstört. Leben wurde ausgelöscht, Vertrauen kaputt gemacht, Seelen wurden verletzt. Mit Christus ist Gottes Umgang mit Schuld noch deutlicher geworden. Als Retter, Heiland, Erlöser wird er beschrieben. Er trägt die Schuld, damit der Mensch nicht auf ewig auf seine Schuld hin festgeschrieben bleibt. Befreiend ist es – und verstörend – denn Gott hat keine Grenze seiner Barmherzigkeit genannt. Also steht es auch Menschen nicht zu, jemanden auszuschließen. Weit mehr als eine „Schuldbremse“ ist das, kein Auslöschen, ein „Abnehmen“ der Schuldlast, eine Tilgung der Schuld. Weihnachten ist der Anfang von Ostern – weil Erlösung erhofft werden darf – von aller Schuld.