Morddrohungen erhält Bischof Álvaro Ramazzini wegen seines Einsatzes gegen Menschenrechtsverletzungen in seiner Heimat Guatemala immer wieder. In Wien erzählte der Bischof über die aktuelle Lage in dem zentralamerikanischen Land.
In Guatemala, aber auch über die Grenzen des Landes hinaus ist er bekannt als Kämpfer für die Rechte der indigenen Bevölkerung, für eine gerechte Landverteilung, für den Umweltschutz und gegen skrupellosen Bergbau. Als Bischof von San Marcos, einer der ärmsten Diözesen im Hochland Guatemalas, wird Álvaro Ramazzini täglich mit dem Leid der indigenen Land- bevölkerung konfrontiert. „Zahlreiche Probleme in meiner Heimat sind ungelöst, vor allem Armut, Unterernährung, Kriminalität, Drogenhandel, Umweltzerstörung durch den Raubbau an Ressourcen und Straflosigkeit. Auch 15 Jahre nach Ende des blutigen Bürgerkrieges gibt es keinen dauerhaften Frieden im Land. Täglich werden in Guatemala 13 bis 15 Menschen ermordet“, erzählt der Bischof.
Friedenspreis. Álvaro Ramazzini wurde 1947 in Guatemala-Stadt geboren. 1971 ist er zum Priester geweiht worden. Papst Johannes Paul II. weihte ihn im Jänner 1989 zum Bischof. Im Vorfeld der Unterzeichnung der Friedensverträge 1996 in Guatemala hat Álvaro Ramazzini als Delegierter der guatemaltekischen Bischofskonferenz an den Verhandlungen zwischen der Regierung, den Guerillas und der Zivilbevölkerung teilgenommen und entscheidend zur Beendigung des 36 Jahre dauernden Bürgerkrieges beigetragen. 2005 erhielt er den Konrad-Lorenz-Preis des österreichischen Umweltministeriums für seinen Einsatz gegen den Ressourcenraubbau in Guatemala. Am 2. Oktober ist Bischof Ramazzini mit dem Friedenspreis „Pacem in Terris Peace and Freedom Award“ der Vereinigten Staaten von Amerika ausgezeichnet worden.