Ungeöffnet, original verpackt und trotzdem im Müll. Umwelt-Landesrat Rudi Anschober will gegen die Verschwendung von Lebensmitteln Maßnahmen ergreifen – und hat dafür die Unterstützung der Kirche.
Rund zwölf Prozent des in Oberösterreich anfallenden Restmülls sind Lebensmittel. Oft sind sie nur falsch etikettiert. Auf jeden Fall wären sie einwandfrei zu genießen. Eine Informationsoffensive soll dieser ethisch bedenklichen Lebensmittelverschwendung einen Riegel vorschieben. Rudi Anschober und der Umweltsprecher der katholischen Kirche in Oberösterreich, Prof. Michel Rosenberger, machten bei einer Pressekonferenz am 13. Dezember darauf aufmerksam. Eine „Restmüll-Analyse“ zeigte: Vor allem in den Städten wird besonders viel weggeworfen – und: Ältere Menschen werfen deutlich weniger weg als jüngere. Erstaunlich ist die Tatsache: Haushalte mit niedrigerem Einkommen werfen genauso viel weg wie Haushalte mit höherem Einkommen.
Religiöse Grunderfahrungen. Für den Theologen Michael Rosenberger ist die Verschwendung einfach nicht vertretbar. Ernährung sei mit religiösen Grunderfahrungen verbunden. Rosenberger mahnt im Umgang mit Lebensmitteln Demut und Dankbarkeit ein, nämlich Demut der Schöpfung gegenüber und Dankbarkeit, weil Nahrung kein eigener Verdienst, sondern Geschenk ist. „Alles ist heilig“, sagt Rosenberger – auch die Nahrungsmittel sind es.
Der FleischfreiTag. Bei den Maßnahmen gegen die Verschwendung knüpfen Anschober und Rosenberger bei einer kirchlichen Tradition an: dem „FleischfreiTag“. Einen Tag in der Woche – bevorzugt am Freitag – werden die Menschen angeregt, auf Fleisch zu verzichten. Das könnte ein wichtiger Beitrag zu einem bewussteren Umgang mit den Lebensmitteln sein. Fleisch ist ein besonderes Lebensmittel – denn hier geht es um Lebewesen, die als Nahrung dienen. Wie Rosenberger meint, sei der Freitag als Fasttag gerade noch in der bäuerlichen Bevölkerung verwurzelt. Gerade bei Fleisch soll es auch kein Preisdrücken geben, das dazu verleitet, dass es weggeworfen wird. Zum FleischfreiTag wird demnächst eine Plattform im Internet eingerichtet. Vorträge und Filme sollen die Thematik verdeutlichen.
- www.fleischfreitag.at