Ein Dankeschön mit Musik sagte die Diözese Linz allen Pfarrgemeinderäten, die sich in der zu Ende gehenden Periode für eine lebendige Kirche eingesetzt haben. An die 1200 Pfarrgemeinderäte kamen am 8. Dezember 2011 in das Linzer Brucknerhaus zum Konzert mit der Gruppe Kohelet 3 und dem Collegium Vocale.
Noch ist eine halbe Stunde bis zum Beginn des Konzerts Zeit. Monika Weißmann aus Gschwandt bei Gmunden und Maria Neumüller aus Ulrichsberg haben sich ein wenig abseits gesetzt, um ungestört plaudern zu können. Sie kennen sich seit ihrer Schulzeit, beide leiten nun einen Caritas-Kindergarten, beide sind Pfarrgemeinderats-Mitglieder. Sie freuen sich, dass sie sich dank des Dankkonzertes wieder einmal getroffen haben. „Wir helfen alle recht zusammen, damit die Pfarre lebendig bleibt. Wir bemühen uns auch, Neu-Zugezogene ins Boot zu holen. Das gelingt schon recht gut“, sagt Monika Weißmann. Gschwandt ist eine wachsende Gemeinde, der Kindergarten hat fünf Gruppen und eine Krabbelstube. Im Brucknerhaus wird aber heute nicht diskutiert, sondern die Pfarrgemeinderäte sind zum Aufatmen und zum Genießen eingeladen. Diese Einladung haben auch elf PGR-Mitglieder aus St. Veit im Mühlkreis mit ihrem Pfarrer P. Franz Ketter gerne angenommen. Wenn PGR-Obmann Rudolf Hanner die zu Ende gehende Funktionsperiode des PGR Revue passieren lässt, bilanziert er: „Es hängt schon viel am Pfarrgemeinderat.“ Aber die Arbeit in der Pfarre und für die Menschen macht er gerne. Er ist seit 1997 PGR-Obmann. Auf die Frage, ob er weiter zur Verfügung steht, kommt er nicht dazu, selbst zu antworten. Seine Sitznachbarin sagt, wie aus der Pistole geschossen: „Wir lassen ihn nicht aus.“ Gefordert – vermutlich wie noch nie seit Bestehen des Gremiums – war der PGR in Hellmonsödt. Nach zweimaligem Wechsel des Pfarrers innerhalb kurzer Zeit hat P. Bernhard Pagitsch von den Mariannhiller Missionaren die priesterlichen Dienste übernommen. Vom Aufsperren der Kirche oder der Reinigung der Kirchenwäsche bis zu den vielen kleinen Handgriffen und großen Entscheidungen liegt alles beim PGR, erklärt Elisabeth Gahleitner von der PGR-Leitung: „Wir sind dadurch zusammengewachsen und für die nächste Periode gut gerüstet.“
Begeistert von der Musik. Unter den jugendlichen Besucherinnen des Konzerts waren Lena Gattringer und ihre Freundin Teresa Haudum. Lena begleitet ihre Eltern, die in der Pfarre Schenkenfelden aktiv sind, und hat auch ihre Schulfreundin mitgenommen. Als Gitarristin unterstützt Lena ihre Eltern, wenn sie Wort-Gottes-Feiern vorstehen. Die beiden Schülerinnen sind vom Konzert begeistert. Von der Gruppe Kohelet 3 mit ihren jiddischen Liedern. Ebenso vom „Collegium Vocale Linz“ mit knapp 80 Sänger/innen unter der Leitung von Josef Habringer, die geistliche Werke, volkstümliche Adventmusik und Gospels darboten.
Pfarre schafft Lebensqualität
Von spontanem Applaus unterbrochen wurde die Ansprache von Landeshauptmann Josef Pühringer, der zur Eröffnung des Dankkonzerts die Arbeit der Pfarrgemeinderäte würdigte: „Sie stehen für eine Kirche, die sich in der Welt bewähren will, und nicht, die sich vor der Welt bewahren will.“ Er dankte besonders jenen Pfarrgemeinderäten, die Neues wagen, damit die Menschen das Evangelium heute entdecken können. Seelsorge trägt zur Lebensqualität im Land bei und ist deshalb unverzichtbar, so Pühringer, der auch auf das Jahr des Ehrenamtes hinwies. Rund 203.000 Menschen sind in Oberösterreich in Religionsgemeinschaften ehrenamtlich tätig. Dazu zählen auch die 9300 Pfarrgemeinderäte. Nur im Sport sind mit 207.100 Personen mehr Leute engagiert. Die nächsten Pfarrgemeinderats-Wahlen finden am 18. März 2012 statt. In manchen Pfarren hat die Kandidatensuche schon begonnen. Diözesanbischof Ludwig Schwarz stellte die Treffen mit den Pfarrgemeinderäten bei den Visitationen in den Mittelpunkt seiner Ausführungen: „Ich darf immer feststellen, wieviel Segen und Kraft von diesem Gremium für die Pfarre ausstrahlt. Die Pfarrgemeinderäte bemühen sich, dass der Glaube erfahrbar wird.“