Der Schnellzug nach Wien ist heillos überfüllt. Hunderte Menschen sind Richtung Bundeshauptstadt unterwegs: Schüler/innen, Angestellte, Beamte. Viele Fahrgäste müssen stehen, die Stimmung im Waggon ist nicht gerade als gelöst zu bezeichnen. Die Aussicht, in der Früh einen halbe oder gar eine Stunde stehen zu müssen, trägt nicht zu einem fröhlichen Morgen bei. Vor allem ein Waggon erregt die Gemüter. Der erste nach der Lokomotive, der ist nämlich abgesperrt. Prompt kommt es zum Disput mit der Schaffnerin. Dass alles eine Frechheit sei, man bezahle schließlich fürs Sitzen und nicht fürs Stehen. Die Schaffnerin bittet um Verständnis, dass unglücklicherweise heute – natürlich nicht vorhersehbar – die Heizung in dem Waggon kaputt gegangen ist. Dabei hat sie aber nicht mit den aufmerksamen Gästen gerechnet. Die müssen ihr nämlich sagen, dass der defekte Waggon schon zwei Wochen lang täglich mit nach Wien geschleppt wird. Der völlig überrumpelten Schaffnerin eines ÖBB-Zugs fällt nichts Besseres ein als sich zu verteidigen: „Da müssen Sie sich bei der ÖBB beschweren.“ „Wer sind denn dann Sie?“ fragt der Bahnkunde verdutzt. „Ja, ja, ich gebe das weiter“, kratzt sie im letzten Moment noch die Kurve zum Service.