Ältere Leute spüren es oft – wie es ist, wenn Dinge nicht mehr selbstverständlich sind, an die man früher gar nicht gedacht hat. Eine kleine Anhöhe, die es zu überwinden gilt, ein paar Stufen nach oben – oder dass man plötzlich alleine dasteht, wo man früher doch immer von Menschen umgeben war. Weihnachten ist für uns Christen ganz selbstverständlich geworden – zu selbstverständlich vielleicht. Stellen wir uns vor, wie es wäre, wenn Weihnachten sich nicht ereignet hätte. Nicht nur die festlichen Tage um Weihnachten herum gäbe es nicht – unser ganzes Leben sähe wohl anders aus. Der Rhythmus unseres Lebens, durch den Sonntag immer wieder unterbrochen, sähe anders aus. Wo würden wir Trost finden, wenn Angst uns quält? Wem könnten wir danken, wen dürften wir preisen für die schönen Erfahrungen unseres Lebens? Gott ist Mensch geworden. Das hat unserem Leben eine Wendung gegeben. Durch seine Menschwerdung hat Gott uns aufgerichtet, emporgehoben. Jeder Mann und jede Frau sind unendlich bedeutsam vor Gott. Wir brauchen dem Glück nicht immer hinterherzulaufen. Es ist schon da – zur Welt gekommen in Bethlehem. Gott hat es uns selbst geschenkt, indem er Mensch geworden ist. Es ist gut, wenn wir gerade zu Weihnachten diese frohe Botschaft nicht für uns behalten, sondern gemeinsam feiern. Deshalb lade ich Sie ein: Feiern Sie mit Ihrer Pfarre dieses großartige Fest. Feiern Sie es besonders auch mit jenen, deren Leben mühsam geworden ist, weil sie alt oder krank sind. Fürchtet euch nicht, denn ich verkünde euch eine große Freude, verkündet nach dem Lukasevangelium der Engel. Diese Freude aus der Heiligen Nacht heraus soll unser Leben prägen, sie soll unsere Kirche durchstrahlen – und durch die Kirche in unserer Welt zum Leuchten kommen. Das wünsche ich Ihnen zum Weihnachtsfest 2011 und für das kommende Jahr 2012.
Zusammen mit Bischof Ludwig Schwarz wünschen Ihnen Herausgeber Willi Vieböck und das Team Ihrer KirchenZeitung ein frohes Weihnachtsfest und ein glückliches Jahr 2012.