Die TelefonSeelsorge ist zu Weihnachten besonders gefragt. Auch an den Feiertagen ist der Notruf 142 rund um die Uhr erreichbar. Ehrenamtliche machen Dienst.
20.000 Gespräche in 3700 Gesprächsstunden führten die 70 überwiegend ehrenamtlichen Mitarbeiter/innen der TelefonSeelsorge im heurigen Jahr. Tendenz: steigend. Die Leiterin der TelefonSeelsorge, Mag. Silvia Breitwieser, erklärt: „Rund um Weihnachten sind die Sehnsüchte nach Geborgenheit und Zuwendung besonders groß. Die in dieser Zeit in den Anrufen vorgebrachten Themen sind zwar nicht anders, aber sie erhalten noch einmal eine andere Dimension. Lebensbrüche, Enttäuschungen, Verluste und manches Scheitern wird deutlicher und schmerzlicher erlebt.“ Am Heiligen Abend werden auch Menschen anrufen, die wenigstenes übers Telefon mit einem Menschen sprechen wollen. Es gibt aber nicht nur die einsamen Alleinstehenden, auch im Familienverband gibt es Einsame, Menschen mit innerer Leere.
Einsamkeit. Caritas-Direktor Mathias Mühlberger, der wie der Schlägler Abt Martin Felhofer am 21. Dezember zwischen 18 und 20 Uhr Dienst bei der TelefonSeelsorge macht, bestätigt: Immer mehr Menschen sind einsam. Auf dem Land beobachten Caritas-Mitarbeiter/innen der mobilen Dienste eine rapide Zunahme der Vereinsamung.
Rhythmus ist wichtig. Abt Martin verweist auf die 365 Zurufe in der Bibel: „Fürchtet euch nicht!“ – Habt keine Angst, Werte zu leben, übersetzt der Abt diesen Satz in eine von vielen möglichen Bedeutungen. – Und er betont die Wichtigkeit des Rhythmus. Auch er habe Stress, aber der Rhythmus ist ganz wichtig. Weihnachten sei eine Gelegenheit, wieder in den Rhythmus zu kommen. Zudem will er nicht alles auf Weihnachten fokussieren. Diese Konzentration auf diesen einen Abend überlade die Erwartungen.
142 TelefonSeelsorge. Notruf ohne Vorwahl, vertraulich, kostenlos, rund um die Uhr. Die Anrufenden können sich ihre Not von der Seele reden und treffen auf Menschen, die aktiv zuhören, gemeinsam nach hilfreichen ersten Schritten suchen. Die TelefonSeelsorge wird von der evangelischen und katholischen Kirche getragen.