„Österreich bleibt Triple-A-Musterschüler“, lautete eine Überschrift in einer Zeitung im Jänner 2011. Damals hatten wohl nur wenige eine Ahnung von dem, was es mit dem geheimnisvollen „Triple A“ (dreifach A) auf sich haben könnte. Am Ende des Jahres war man gerade noch einmal davongekommen. Es wäre, so sagt man uns, äußerst wichtig für unser Land und gut für die Wirtschaft. Und eben auf Grund der Stabilität seiner Wirtschaft und wegen der eindrucksvollen Exportleistungen hätte Österreich die Bestnote an Kreditwürdigkeit verdient, sagen die Leute der „Ratingagentur Moody’s“ – auch ein neuer Name am Nachrichtenhimmel. Soll man stolz sein auf diese Bestnote – oder muss man sich nicht eher schämen? Denn ist es wirklich so toll, dass die Wirtschaftsstarken mit weiteren Vorteilen ausgestattet werden, während den Wirtschaftsschwachen die Bedingungen erschwert werden? Das wäre eine andere Art von „Triple A“: Wenn Staaten belohnt würden, die viel für Entwicklungszusammenarbeit tun, oder wenn es gelingt, das Gefälle zwischen Arm und Reich zu verringern. Länder eben, in denen Werte, die sich nicht mit Geld messen lassen, Achtung genießen – in denen vor allem die Menschlichkeit hoch im Kurs steht.