Im Jänner wird er 70, aber er will weiter mit jungen Leuten auf Baulager fahren. Vor kurzem erhielt DI Wilfried Stummer den Menschenrechtspreis des Landes Steiermark.
Nach seinem Architekturstudium hat Wilfried Stummer drei Jahre in London gearbeitet. Neue Kulturen und Menschen kennenzulernen, hat ihn immer gereizt. Deshalb war er neben der Arbeit in seinem Architekturbüro in Graz und seiner Lehrtätigkeit an der HTL Zeltweg auch immer wieder als Reiseleiter tätig. Vor fünf Jahren hat er zum ersten Mal eine kleine Schülergruppe der HTL in seinen schon etwas betagten Kleinbus geladen und ist mit ihnen zu einem Baulager nach Lettland aufgebrochen. Sein Büropartner, der seit seiner Jugend mit dem Bauorden verbunden war, hatte ihn auf den „Geschmack“ gebracht. Seither ist Stummer jeden Sommer mit einer Gruppe junger Leute für den Bauorden unterwegs. Seit einigen Jahren organisiert er auch internationale Baulager in Graz, um für die Caritas alte Baracken zu sanieren. Sie dienen Menschen in schwierigen Lebensverhältnissen als Zuhause. Und so „landete“ Stummer auch in den Vorständen des Bauordens Österreich und International.
Mit Menschen zu arbeiten hat Wilfried Stummer immer interessiert. Deshalb achtet er auch darauf, dass „wir bei den Baulagern nicht nur eine ordentliche Arbeit machen, sondern auch die Menschen und die Kultur des jeweiligen Landes kennenlernen.“ Den jungen Leuten zu helfen, dass sie lernen, die Augen aufzumachen, etwa für die tiefe soziale Kluft in manchen Ländern des Ostens, ist ihm ein Anliegen. „Und ich hoffe auch, dass sie, ohne dass ich ihnen das aufdränge, etwas davon mitbekommen, dass Glaube etwas mit Tun zu tun hat, mit Nächstenliebe konkret.“