Wer wie viel zu bezahlen hat, und was man dafür bekommt. Diese Frage prägt sich zunehmend tiefer ins menschliche Empfinden ein. Es wäre eine Frage der Gerechtigkeit, meint man – als wäre das Leben ein einziges großes Geschäft. Bei der Pensionsversicherung denkt man so, bei der Krankenversicherung – und auch beim Kirchenbeitrag. Ich zahle, also bekomme ich. Doch gerade mit dieser Mentalität von Rechnung und Gegenrechnung gehen die wirklich tragfähigen Bausteine des Lebens verloren. Da wird nur beigetragen, weil man beitragen muss – und nicht, weil man kann. Das nämlich ist die andere Seite: dass Menschen dankbar dafür sind, was sie können, und nicht bloß missmutig tun, was sie tun müssen. Vieles gibt es, was man auch nicht für sehr viel Geld erwerben kann: Gesundheit zum Beispiel. Was sie wert ist, spüren am ehesten jene, denen sie nicht mehr selbstverständlich ist – oder dass jemand nicht allein sein muss – oder der Friede im Land. „Was gäbe ich darum“, sagen sie dann. Wer könnte sagen, dass es einem einfach zusteht? Etwas beitragen – weil man kann – und solange man kann. Das eröffnet Leben. Und auch dafür gibt es ein „zu-spät“.