Dr. Doris Huber hat für nicaraguanische Frauen ein eigenes Stipendienprogramm entwickelt, um ihnen den Weg aus der Armut zu weisen. Die Theologin ist Kopf der Woche.
2011 war ein erfolgreiches Jahr für Doris Huber. Gleich dreimal ist die Theologin für ihre Arbeit im Bereich Bildungsförderung für Frauen in Nicaragua und Guatemala ausgezeichnet worden.
Es war 1987 in Nicaragua, als Doris Huber die Idee hatte nicaraguanische Frauen, die sich kein Studium oder eine Fachausbildung leisten können, mittels eines Stipendienprogramms zu fördern. Zu dieser Zeit war die Theologin und Pädagogin mit ihrem Mann und ihren beiden Söhnen als Entwicklungshelferin in Nicaragua tätig. Entschlossen, ihre Idee in die Tat umzusetzen, folgte 1989 ein Pilotprojekt, in dem sie sechs Stipendiatinnen unterstützte. Das Bildungsprojekt „Miriam“ war geboren. „Mit 200 Dollar aus eigener Tasche habe ich begonnen. Als Lehrerin war und bin ich davon überzeugt, dass Bildung verändert und ein Weg sein kann, um aus der Armut rauszukommen“, so die gebürtige Wienerin. Als Vorbild diente ihr das österreichische Modell, in dem man gegen Leistungsnachweis ein Stipendium erhält, wenn man aus ärmeren Verhältnissen stammt. Das wurde auf Nicaragua angepasst.
Auszeichnungen. Durch zahlreiche Unterstützer/innen – darunter die Katholische Frauenbewegung – konnte „Miriam“ weiterentwickelt und 1996 auf Guatemala ausgeweitet werden. Insgesamt sind bisher rund 400 Stipendien an Frauen vergeben worden. 1993 ging es für die Familie Huber von Nicaragua wieder nach Österreich. Seither leitet Doris Huber „Miriam“ von Klosterneuburg aus. „Wir machen Workshops, Schulungen, Informationsarbeit und wollen die Lebenssituation der Frauen in Nicaragua auch den Leuten in Österreich näherbringen und so eine Brücke schaffen.“ Für ihre Arbeit wurde sie 2011 mit dem Herta-Pammer-Preis, mit dem Ehrenpreis der Republik Österreich und mit dem Menschenrechtspreis des Landes Steiermark ausgezeichnet. Zweimal im Jahr ist die 53-Jährige für mehrere Monate in Nicaragua vor Ort. Am 29. Jänner ist es wieder soweit.