Noch hält die Regierung dicht, was die ins Auge gefassten Sparmaßnahmen angeht. Doch wenn man in die unmittel bare Vergangenheit blickt, ist zu befürchten, dass der Rot stift auch dort angesetzt wird, wo es nicht mehr um „Fülle“ geht, sondern um die Existenz. So ist es bereits jetzt in einzelnen Bundesländern zu Kürzungen bei der Wohnbeihilfe für Bezieher/innen der Mindestsicherung oder zu Einbußen bei Betreuungsangeboten für Behinderte gekommen. Auch die Notstandshilfe, die ohnedies in vielen Fällen weit unter der Armutsquote liegt, ist im Gespräch. Es gibt Grenzen, wo Sparen unmoralisch wird.
Nur „menschliches Versagen“?
Die Tragödie vor der italienischen Insel Giglio, wo am 13. Jänner das Kreuzfahrtschiff Costa Concordia auf einen Felsen gelaufen ist, es in Folge bisher 13 Tote und 20 Vermisste gibt, zeigt auf dramatische Weise: Trotz bester Technik und höchster Sicherheitsstandards kann solch eine Katastrophe nie ausgeschlossen werden, wenn menschliches Versagen im Spiel ist. Es zeigt auch, dass ein Ernstfall nicht wirklich geübt werden kann. Ein gewagtes „Verbeugungsmanöver“, ein Kapitän, der das sinkende Schiff aus welchen Gründen auch immer verlassen hat, eine überforderte Crew, die nicht in der Lage war richtig zu reagieren und die Panik unter den Passagieren abzuwenden – wer hier wirklich verantwortlich ist, müssen nun die Gerichte klären. Tatsache aber ist auch, dass um des Geldes wegen immer größere Schiffe gebaut werden und dadurch Unglücke erst zu Katastrophen werden.