Er will sie auch im Alleingang in Frankreich einführen, sagt Nicolas Sarkozy – die Finanztransaktionssteuer. Manche, die dagegen sind, meinen abschätzig, das sei nur ein Wahlkampfgag. Und damit verraten sie sich selber. Denn das Wahlvolk glaubt schon lange, dass der ungebremste Finanzkapitalismus nicht die „Mutter“ einer gerechten, am Gemeinwohl orientierten Wirtschaft ist. Im Gegenteil, er führt dazu, dass die Schere zwischen Reichen und Armen (aber auch dem Mittelstand) immer weiter auseinander geht. Eine geringe Abgabe auf Finanztransaktionen würde die Spekulation dämpfen und dafür sorgen, dass die Verursacher der Krise an den Reparaturkosten mitzahlen. Das wäre nur gerecht.
Hans Baumgartner
Akuter Krisenherd Nigeria
Sie sind gefürchtet, verüben einen blutigen Anschlag nach dem anderen und sind nicht bereit zu verhandeln: Die radikalislamistische Sekte Boko Haram hat Nigeria ganz offensichtlich den Kampf angesagt und allen westlichen Einflüssen den Krieg erklärt. Nicht nur Christen sind betroffen, auch gemäßigte Muslime, Sicherheitskräfte, öffentliche Einrichtungen. Mehrere hundert Menschen wurden seit Weihnachten bereits getötet. Hilflos und ohnmächtig erscheint der nigerianische Staat gegenüber dem Terror durch Boko Haram, die mit dem Terrornetzwerk al-Qaida in Verbindung stehen soll. Dabei wären wirksame Strategien, um Boko Haram zu zerschlagen, dringend nötig. Auch, weil die Gefahr, dass sich die Gewalt auf die Nachbarstaaten ausbreitet, groß ist.