An den Kochbüchern merkt man das Dilemma. Stand früher eines im Schrank, so sind es heute Dutzende, nach Kontinenten und Ländern, nach Diäten und Autor/innen sortiert. Und – zumindest in den Städten – sind auch die Zutaten aus aller Welt jederzeit zu haben. Was einst teuer war, bekommt man billig im Supermarkt. Doch die Fülle an Möglichkeiten stellt nicht zufrieden. Manche sehnen sich nach der Einfachheit von früher – und auch diesem Trend entsprechend, gibt es eigene Bücher – fürs Kochen, wie es früher war.
Wie mit den Kochbüchern ergeht es manchen auch sonst im Leben. Das Regal an Möglichkeiten ist vollgestellt. Reisen in alle Welt, Sport- und Freizeitangebote in hunderten Varianten, Bildungsmöglichkeiten sonder Zahl. Je mehr Türen offen stehen, um so besser das Lebensgefühl. Und dann, die Erkenntnis. Wo alles möglich scheint, geht die Freude am Konkreten ver- loren, es steht immer im Schatten dessen, was es sonst noch gäbe. Das Leben ebnet sich ein, das Glück wird schal. Weniger – aber dafür ganz. Das ist ein Lebensrezept, das nicht nur für eine eingegrenzte Fastenzeit Geltung haben sollte.