So unterschiedlich der Aufgabenbereich oder die Größe der Pfarre sein mögen, eines ist allen Pfarrsekretär/innen gemeinsam: Sie werden für ein funktionierendes Pfarrleben immer wichtiger.
In den 487 Pfarren der Diözese sind 350 Pfarrsekretär/innen tätig, 96 Prozent von ihnen sind Frauen. 19 machen ihren Dienst ehrenamtlich, die anderen als Angestellte, die allermeisten aber mit einem sehr kleinen Stundenausmaß. Beim jährlichen Treffen der Berufsgemeinschaft der Pfarrsekretär/innen im Bildungshaus Schloss Puchberg ging es heuer auch um den Themenkreis „Das Pfarrbüro der Zukunft: Vielfalt, Grenzen, Rolle“.
Von der Schreibkraft zum Zentrum. Martin Nenning, in der Diözesanfinanzkammer für die Pfarrsekretär/innen verantwortlich, gab den 125 Teilnehmerinnen an der Tagung einen Überblick über den „Wandel“ der Pfarrkanzlei. Aus der Kanzleihilfe des Pfarrers wurde die Pfarrsekretärin, die zunehmend auch Verwaltungsaufgaben wie die Organisation des Friedhofs zu erledigen hat. Blieb die Pfarrsekretärin bis in die 1990iger Jahre ein Phänomen der Stadt, kommt es um die Jahrtausendwende zu einem gewaltigen Anstellungsschub in den kleinen Landpfarren, wo kein Priester mehr wohnt. Nun wird die Pfarrsekretärin zur Ansprechperson für – fast – alles: für die Ehrenamtlichen, die Bevölkerung, die Behörden und nicht selten auch für seelsorgliche Fragen. Die Vielfalt der Aufgaben ist das Schöne am Beruf und das soll auch gewahrt werden, so Nenning: „Gleichzeitig darf die Tätigkeit nicht überfrachtet werden. Es muss klar zwischen Pfarrleitung, Seelsorge und Sekretariat unterschieden werden.“
Eingespannt. Dieser Forderung schließt sich Martha Leonhartsberger, die geistliche Begleiterin der Berufsgemeinschaft, an, ergänzt aber: „Pfarrsekretäre baden vieles aus, was in der Kirche nicht gut läuft. Sie stehen häufig zwischen Priestern, die mehrere Pfarren zu betreuen haben und unter Zeitdruck sind, und den Ansprüchen von Ehrenamtlichen und der Bevölkerung.“ Verantwortlich für die pastorale Situation ist die Pfarrleitung, die sich häufig von der Kirchenleitung mehr Unterstützung erwarten würde, betont Leonhartsberger. Sie ruft auf, die beginnende Pfarrgemeinderatsperiode für eine neue Verteilung oder Klärung der Aufgaben zu nutzen. „Von den Pfarrsekretär/innen geht so viel Positives aus. Wir müssen alles tun, dass das so bleibt.“