Eine hohe Wahlbeteiligung gerade bei den Jungen, Wahlpartys für den neuen Aufbruch und eine gute Stimmung in den Pfarren. Das sind die positiven Seiten der Pfarrgemeinderats-Wahl, die am 18. März 2012 österreichweit über die Bühne ging und die Weichen für die Pfarren in den nächsten fünf Jahren stellte.
Ausgabe: 2012/12, PGR, Wahl, Stimmen, Wahlbeteiligung, Spannung, Linz Herz Jesu
20.03.2012
- Ernst Gansinger/Paul Stütz
Eines der erfreulichen Ergebnisse der Pfarrgemeinderats-Wahlen 2012: Die Wahlbeteiligung der Katholikinnen und Katholiken ist ziemlich stabil geblieben, sie lag in der Diözese Linz bei knapp 25 Prozent. In Summe gingen mehr Menschen zur Wahl, als am Sonntag in den Gottesdienst gehen. Rund 7000 Personen haben sich der Wahl gestellt, 4898 wurden gewählt, davon 55 Prozent Frauen und 45 Prozent Männer. Einige Pfarren konnten eine besonders hohe Wahlbeteiligung melden. Ganz vorne dabei lagen Obermühl mit 133,3 und Palting mit 124,2 Prozent. Das Ergebnis jenseits der hundert Prozent kommt dadurch zustande, dass in diesen beiden Pfarren auch Kirchenbesucher aus anderen Pfarren, die sich aber zugehörig fühlen, gewählt haben. Unter den weiteren Pfarren mit einer Wahlbeteiligung über 70 Prozent sind unter anderem Aistersheim, Neustift, St. Marienkirchen bei Schärding und St. Pankraz. Die absolut meisten Menschen sind in Naarn zur Wahl gegangen: 1834. Aus einigen Orten wurde eine hohe Beteiligung unter den Jungen vermeldet. Beispiele dafür sind Hofkirchen an der Trattnach oder Steyr-Ennsleite.
Wahlparty zur Motivation. Die Stimmung am Wahlsonntag war ausgezeichnet. Wie Neuhofen im Innkreis, so berichteten viele Pfarren, dass sich eine große Zahl sehr qualifizierter Männer und Frauen der Wahl stellten, sodass es nicht möglich war, dass alle auch gewählt wurden. Aber die Kandidat/innen, die nicht ausreichend viele Stimmen erhielten, haben sich nach der Wahl nicht zurückgezogen, sondern bestätigt, dass sie sich weiter in der Pfarre engagieren werden. Eigene Wahlpartys am Sonntagabend gab es in Neumarkt im Mühlkreis, Steyr-Ennsleite und in Linz-Ebelsberg. In letzterer Pfarre nutzte man die Party auch, um die Kandidaten, die den Einzug in den Pfarrgemeinderat verpasst haben, anzusprechen. Dass die Enttäuschung so abgefedert wird und die nicht ausreichend gewählten Kandidaten dabei zur Mitarbeit in den Fachausschüssen eingeladen wurden berichtet Herta Hahn, Pfarrsekretärin in Ebelsberg.
Kinder wählen „halb“. Gut angenommen wurde auch das Familienstimmrecht, das zum Beispiel in Leonding-St. Michael und in Wels-St. Franziskus zur Anwendung kam. Dabei durften Kinder im Beisein ihrer Eltern mit einer halben Stimme wählen. In Wels-St. Franziskus wurden zum Beispiel 83 halbe Stimmen von Kindern abgegeben von insgesamt 246.