Einen eindrucksvollen Abend der Ökumene erlebten fast 300 Besucher/innen eines vom Katholischen und Evangelischen Bildungswerk im Timelkam gemeinsam durchgeführten Diskussionsabends am 22. März im Treffpunkt Pfarre Timelkam. Bischof em. Helmut Krätzl und Oberkirchenrätin Hannelore Reiner diskutierten über das Gegen- und Miteinander von römisch-katholischer und evangelischer Kirche. Timelkam selbst ist ein gutes Beispiel dafür. Die alten Auseinandersetzungen der Glaubenskriege, wie sie etwa im Frankenburger Würfelspiel gipfelten, sind vielen Menschen noch im Blut, meinte Reiner. Doch auch das Miteinander hat Spuren hinterlassen, wenn etwa die frühere katholische Johanneskirche 1980 der evangelischen Kirche per Kaufvertrag überlassen wurde. Hannelore Rainer plädierte für eine angstfreie Ökumene, die nicht von der Sorge um den Verlust eigener Identität getragen sein sollte. Die an der Basis überwiegend positiv gelebte Ökumene möge sich auch an den obersten kirchlichen Behörden durchsetzen, wünschte sie. „Ein Miteinander ist möglich, wenn wir ein gemeinsames Ziel haben – den auferstandenen Christus“, betonte sie.
Ökumene kommt aus Begegnungen. Auch für Bischof Helmut Krätzl steht das gemeinsame Zeugnis für den einigenden Christus im Vordergrund. Die katholische Kirche hätte auch ihre „schwarze Vergangenheit“ gehabt. Vor allem das Zweite Vatikanische Konzil hätte jedoch in Bezug auf die Ökumene einen „Sprung nach vorne“ gebracht – der leider wieder gehemmt wäre. Die Ökumene in Österreich sei vor allem durch persönliche Begegnungen entfaltet worden, etwa durch Kardinal Franz König, den kürzlich verstorbenen Metropoliten Michael Staikos oder durch die langjährige Vorsitzende des Ökumenischen Rates Christine Gleixner. Dass die gegenseitige eucharistische Gastfreundschaft – die gegenseitige Einladung zu Kommunion und Abendmahl – bald Wirklichkeit werden möge, wurde von beiden Seiten als Wunsch vermerkt. Sie ist zurzeit nur von der evangelischen Kirche ausgesprochen. Dass angesichts der gesellschaftlichen Situation die Zeit drängt, wurde vor allem vom Publikum als Sorge eingebracht. Man müsse bei aller Sorge dankbar vor Augen haben, was dennoch gewachsen ist, meinte Krätzl. Der ökumenische Abend stand am Beginn eines Veranstaltungsbogens zum 500-Jahr-Jubiläum der Marktgemeinde Timelkam. Bürgermeister Johann Riezinger würdigte das positive Zusammenwirken der christlichen Konfessionen in Timelkam.