Kirchen neu entdecken, dazu laden fünf Pfarrgemeinden im Oberen Innviertel ab Ende April ein. Hubert Kaufleitner, Mitglied des Pfarrgemeinderats in Hochburg, hat dazu den Anstoß gegeben.
Führungen in alten Kirchen verlaufen oft nach demselben Muster: Von vielen Jahreszahlen rund um den Kirchenbau und seine Kunstwerke ist die Rede. Doch kurze Zeit danach haben die Besucher/innen das meiste schon wieder vergessen. Die Pfarrkirche Hochburg aber soll im Gedächtnis bleiben, dafür hat sich Hubert Kaufleitner eingesetzt. Ab 29. April werden hier sowie in Maria Ach, Ostermiething, St. Pantaleon und Eggelsberg Führungen angeboten, die die Kirchenräume spirituell erfahrbar machen. Gebauter Glaube. Die Idee zu „Kirche am Weg“ hatte der ehemalige Bauleiter vor zwei Jahren, als sich die heurige Landesausstellung bereits ankündigte. Ende April wird sie in Ranshofen, Mattighofen und im bayerischen Burghausen, das nur 2 km von Hochburg entfernt ist, eröffnet. Zahlreiche Kulturinteressierte werden kommen, und sie sollen auch in die umliegenden Kirchen gelockt werden. An die 16 Pfarren hat Ingenieur Kaufleitner für das gemeinsame Projekt angeschrieben, vier haben sich davon begeistern lassen. „Den Erbauern der Kirchen und den Künstlern ist es ein Anliegen, ihren Glauben darzustellen, damals wie heute“, sagt Hubert Kaufleitner. Die Führungen sollen dazu anregen, diesen „gebauten Glauben“ in der Kirche zu entdecken.
Mit allen Sinnen. Was bedeutet das Kreuz? Woher kommt die Zahl 8? Was wird auf den Glasfenstern dargestellt? Über Theologie und Kunstgeschichte gelang es Sr. Ruth Pucher, den Pfarrmitgliedern die Augen für ihre eigene Kirche zu öffnen. Die in Wien lebende Ordensschwester kam auf Vermittlung des Kunstreferats. Ihre mystagogischen Anleitungen trugen Früchte: 14 Führerinnen und Führer, darunter zwei Diakone, werden die Besonderheiten der fünf Kirchen erschließen. Mit Blick auf die Schönheit und Stille der Räume und auf ihre Geheimnisse des Glaubens. Geführt wird ehrenamtlich, mit der Bitte um freiwillige Beiträge. Sie kommen zur Gänze den Pfarrgemeinden zugute.
Impuls für den Pfarrgemeinderat. Die fünf Pfarren möchten auch andere zu solchen Führungen inspirieren, meint Hubert Kaufleitner, den ein Kirchenpflegerkurs der Kunst noch nähergebracht hat. Gerade neugewählte Mitglieder der Pfarrgemeinderäte könnten sich Anregungen für ihre Arbeit holen. „Denn wer offen ist, nimmt aus unseren Kirchen viel für die Seele mit.“