Barocker Pfarrhof als Schicksal, Chance und Lebensader
In Ansfelden befindet sich derzeit eine der größten Baustellen in der Diözese Linz. Der barocke Pfarrhof, der als Wahrzeichen des Ortsbildes gilt, wird zum ersten Mal in der 300-jährigen Geschichte generalsaniert. Er soll verstärkt zu einem Veranstaltungszentrum werden und damit die Pfarre beleben.
Die Gründungsgeschichte des 300-jährigen Pfarrhofs in Ansfelden birgt ein Geheimnis. Unklar ist, wieso sich die Augustiner Chorherren im 17. Jahrhundert nur wenige Kilometer von ihrem Sitz in St. Florian einen riesigen Pfarrhof mit 1000 m2 Nutzfläche leisteten. „Dass es eine Sommerresidenz war, wie manche glauben, ist ein Märchen“, sagt Willi Neuwirth, Pfarrmoderator von Ansfelden: „Man weiß es einfach nicht genau.“ Offenbar legte der damalige Propst von St. Florian großen Wert auf ein repräsentatives Gebäude. Zudem war es zu dieser Zeit nicht der einzige Pfarrhof, den die Chorherren bauen ließen. In seiner Dimension sticht das Ansfeldner Barockgebäude dabei eindeutig hervor. „Das ist unser Schicksal“, meint Willi Neuwirth. So bietet das riesige Gebäude für Veranstaltungen einen sehr schönen und würdigen Rahmen, für kleinere Sitzungen wirkt der Pfarrhof fast etwas zu groß.
Sanierung 2,5 Millionen Euro. Auch aufgrund der Größe hat wohl jede Generation nur die nötigsten Renovierungen am Pfarrhof durchführen lassen. „Die Generalsanierung war dringend notwendig, überall war schon der Schimmel“, erzählt Pfarrassistentin Sonja Höhenberger. Innen und außen wird alles erneuert. Inbegriffen sind auch Energiesparmaßnahmen wie eine bessere Wärmedämmung und eine neue Pelletsheizung. 2,5 Millionen Euro kostet die gesamte Sanierung, wovon die Pfarre selbst 250.000 Euro tragen muss. Erfreulich ist für die Pfarrgemeinde, dass neben den Baufirmen auch ein ehrenamtliches Helfer-Team von rund 60 Personen mit anpackt.
Chancen für Belebung. Nach Abschluss der Bauarbeiten im Herbst 2012 will Ansfelden die Rolle des Pfarrhofs als Veranstaltungszentrum ausbauen und die Größe des Gebäudes als Chance nutzen. Es soll ein möglichst offener Ort der Begegnung sein, ein Faktor des Kulturlebens in Ansfelden. Der unverwechselbare Charakter eines Pfarrzentrums bleibt dabei erhalten. „Hier können die Leute zum Auftanken herkommen. Es ist ein Haus für Alt und Jung, wo man sich wohlfühlen kann und nichts leisten muss“, betont Sonja Höhenberger.
Fußballturnier
Um Geld für die Pfarrhofsanierung zu lukrieren, organisiert die Pfarre Ansfelden unter anderem ein Kleinfeld-Fußballturnier. Es findet am Pfingstsamstag, 26. Mai in Ansfelden statt. Die Zuseher erwarten viele spannende Matches, darunter auch ein Spiel mit oberösterreichischen Promi-Kickern.