Bischofsvikar Nicolae Dura von der rumänisch-orthodoxen Kirche in Österreich referierte beim Ökumenischen Theologischen Tag über „Liturgie und Amt in der orthodoxen Kirche“.
„Die Liturgie zu feiern ist einfacher, als über sie zu reden“, meinte Bischofsvikar Dura beim Studientag im Linzer Priesterseminar, zu dem das Forum der christlichen Kirchen in Oberösterreich (neun Mitgliedskirchen) geladen hatte. Seine Bedenken taten aber der Begeisterung keinen Abruch, mit der er in den Ablauf und in die Spiritualität der „göttlichen Liturgie“ einführte: von den umfangreichen Zeichenhandlungen bei der Vorbereitung des liturgischen Brotes bis zum Segen. „Der ganze Gottesdienst ist Erscheinung des Herrn, die göttliche Liturgie erlöst und trägt die Welt“, so sein Fazit: „Sie ist gemäß der orthodoxen Frömmigkeit der Himmel auf Erden. Wir erleben während der Liturgie bereits das Paradies, wir spüren es.“ Die Weihe von Frauen ist nach orthodoxem Amtsverständnis nicht möglich, betonte Dura, es sollte aber das Amt der Diakonin wieder eingeführt werden, wie es 1988 bei einer Synode auf Rhodos gefordert wurde.
Zwei Antworten. In den im Programm vorgesehenen Anmerkungen zum Vortrag des orthodoxen Bischofsvikars betonte Dompfarrer Maximilian Strasser: „Liturgie und Kult sind gegenüber Ethos und Leben aus dem Glauben zweitrangig. Damit werte ich den Gottesdienst nicht ab, sondern gebe ihm dem Platz, der ihm nach der Heiligen Schrift auch zusteht.“ Gerold Lehner, Superintendent der evangelischen Kirche A. B., merkte an, dass die Gottesdienste der verschiedenen christlichen Kirchen in ihrer Grundstruktur gleich sind, „die Liturgie aber jeweils anders schmeckt“. Weiters wies er auf die Liebe als Zentrum des Gottesdienstes hin: „Die Eucharistie ist kein Ende oder Selbstzweck, sondern ein Weg, der Liebe freisetzt.“