Unterauer Kapelle in Bad Zell ist beliebte Rast- und Betstation
Ausgabe: 2012/21, Kapelle, Dorfgemeinschaft, Unterauer Kapelle, Bad Zell, Rast- und Betstation, Hackl
23.05.2012
- Josef Wallner
Bad Zell. Weil die Kapelle, die seit alters her zum Bauernhaus Unterauer gehört, zu nahe an der neuen Umfahrungsstraße zu liegen kam und man dort nicht mehr feiern konnte, errichtete die Besitzerfamilie Brandstätter eine neue Kapelle. Um die Planung nahm sich der Nachbar, der Religionsprofessor an der HLW Perg Karl Hackl, an. Er freut sich, dass das kleine Gotteshaus so guten Anklang findet. Von seinem Küchenfenster aus sieht er auf die Kapelle hin. Mehrmals täglich machen bei ihr Menschen Station: auf den Bänken davor zum Rasten und zu einer kurzen Besinnung oder zum Beten drinnen. Die Kapelle ist einen Kilometer vom Ortszentrum entfernt und liegt an einem beliebten Spazierweg für Kurgäste. Aber auch die Pfarrgruppen nutzen sie gerne für Andachten. „Eine Kapelle soll uns an unseren Glauben erinnern und daran, dass wir getauft und gefirmt sind“, erklärt Hackl das Konzept des Baus. So bildet die Bodenpflasterung des Innenraums ein Achteck. Die Zahl Acht steht für die „Neuschöpfung“ nach den sieben Schöpfungstagen. Darum sind Taufbecken – wie das Bad Zeller – häufig achteckig. Die Kapelle ist auch eine Frucht der guten Dorfgemeinschaft, betont Hackl. Über 700 Arbeitsstunden zeugen davon. Die gesamte Einrichtung wurde von Bad Zeller Künstler/innen und Kunsthandwerkern gestaltet: von Daniel Grasserbauer die Schmiedearbeiten, Roswitha Gschwandter entwarf das Tauf- und Firmfenster sowie das Kreuz und die Marienstatue schnitzte Siegfried Aistleitner.