Zum 60. Jahrestag der Unterzeichnung der Römischen Verträge – die als Geburt der späteren EU gelten – mahnte Papst Franziskus den Kampf gegen den Populismus ein.
Ausgabe: 2017/13, 60. Jahrestag, Römische Verträge, EU
Diese Bewegungen seien „Blüten des Egoismus“ und nicht in der Lage, „die Enge der eigenen Gedanken einzusehen“, sagte Franziskus am Freitagabend im Vatikan vor den Staats- und Regierungschefs der EU-Staaten. Zugleich drang er auf mehr Solidarität der EU-Staaten untereinander. Dies sei das „wirksamste Heilmittel“ gegen Populisten.
In seiner gut 30-minütigen Grundsatzrede über Europa skizzierte Franziskus einen „Weg der Hoffnung“ für Europas Zukunft. Die EU könne ihre Krise überwinden, wenn sie sich auf die Ideale ihrer Gründerväter besinne, betonte der Papst. Der „Geist europäischer Solidarität“ dürfe sich allerdings nicht nur auf wirtschaftliche und finanzielle Erfordernisse reduzieren. Ausdrücklich wandte sich Franziskus erneut gegen eine Abschottung vor Flüchtlingen. Europas Geschichte sei stets von der Begegnung mit anderen Völkern und Kulturen geprägt worden, seine Identität sei stets multikulturell gewesen.
Mailandbesuch. Am Samstag besuchte der Papst dann die Erzdiözese Mailand. Dabei kam eine Million Menschen zum Gottesdienst in einem Stadion. Er traf sich aber auch mit Menschen in einer heruntergekommenen Hochhaussiedlung, darunter auch mit einer muslimischen Familie, und aß mit Häftlingen zu Mittag.