Mit Mariä Geburt, Mariä Namen und dem Gedächtnis der Schmerzen Mariens werden im September drei Marienfeste gefeiert – ein Grund bei der „Kronauer Madonna“ in Enns Station zu machen.
Die Marienstatue mit dem Jesuskind am Arm war jahrhundertelang das Ziel von Wallfahrern in der Kirche Maria am Anger, unweit der Basilika Enns St. Laurenz. Das Gotteshaus, das auf einen frühchristlichen Kirchensaal zurückgeht, steht heute nicht mehr. Die lebensgroße Madonnenstatue, die als Gnadenbild verehrt wurde, stammt aus der Zeit um 1320. Welch großes Ansehen Maria am Anger genoss, zeigt die Liste der kaiserlichen Besucher, unter ihnen Kaiser Leopold I. Im Jahr 1683, auf der Flucht vor den Türken aus Wien nach Linz, machte er in Enns zum Gebet Station. Kaiser Josef II. ließ 1785 die Kirche aber sperren. Die Madonnenstatue kam in die Pfarrkirche Enns St. Marien. Gotisches Meisterwerk. Bei der neugotischen Umgestaltung der Kirche wanderte sie in eine Dorfkapelle in der Kronau, wo sie aber dann doch – wegen ihres Wertes – in den 1920er-Jahren in den sicheren Pfarrhof übersiedelte. Als die Pfarre Geldsorgen plagten, verwendete sie die Skulptur 1931/1932 zur Sicherstellung für einen Kredit, um eine Orgel bauen zu können. Die Madonna gelangte damit in den Kunsthandel. Der Obmann des Museumsvereins holte damals mit der Hilfe der Stadtgemeinde die gotische Skulptur zurück. Heute ist sie, ein Meisterwerk der Gotik in Oberösterreich, das bedeutendste Objekt im Sakralraum des Museum Lauriacum in Enns.