Gegen Arbeitslosigkeit: Ausbildungspflicht für Jugendliche
25 Jahre bischöfliche Arbeitslosenstiftung sind nicht nur ein Anlass zum Jubeln: 25.000 Menschen suchen in Oberösterreich Arbeit. Mit der Forcierung der Jugendausbildung will der Sozialminister dagegen ankämpfen.
25 Jahre Bischöfliche Arbeitslosenstiftung heißt auch 25 Jahre Solidarität mit arbeitslosen Menschen. Darauf wies Bischof Ludwig Schwarz bei der Feier im Pfarrzentrum Marcel Callo in Linz-Auwiesen am 15. Oktober hin.
Sozialminister Hundstorfer bedankte sich bei den Verantwortlichen der Stiftung und meinte: „Wir werden Sie auch weitere 25 Jahre brauchen!“ Landeshauptmann Josef Pühringer knüpfte an sein Statement bei der 20-Jahr-Feier an: „Vor fünf Jahren habe ich gesagt, ich hoffe, dass wir die Arbeitslosenstiftung bald nicht mehr brauchen. Diese Hoffnung habe ich aufgegeben!“
25.000 suchen in Oberösterreich Arbeit
Die Wirtschaftskrise hat sich auf die Entwicklung am Arbeitsmarkt ausgewirkt. Auch wenn Österreich und hier besonders Oberösterreich weniger arbeitssuchende Menschen als viele europäische Länder hat, bedeutet die Arbeitslosenquote von 3,8 Prozent für Oberösterreich, dass 25.000 Menschen Arbeit suchen, sagte Landeshauptmann Pühringer nachdenklich. Alle Vertreter/innen aus Politik, Sozialpartnerschaft und AMS haben darauf hingewiesen, dass Qualifizierung ein ganz besonderer Schlüssel im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit ist. Sozialminister Hunds-torfer meinte, wenn mehr als 40 Prozent der arbeitslosen Menschen maximal Hauptschul-Abschluss haben, „müssen wir die Jugend mit aktivierenden Maßnahmen weiter qualifizieren. Es soll in Zukunft keine 15-, 16-Jährigen mehr geben, die keine Ausbildung machen.“
Keine Sonntagspredigt
Landeshauptmann Pühringer wies auf den „Pakt für Arbeit und Qualifikation“ hin, mit dem heuer von den Paktpartnern in Oberösterreich Maßnahmen mit einem Gesamtvolumen von rund 175 Millionen Euro finanziert werden. Dies kommt 70.000 Menschen zugute. Landeshauptmann-Stellvertreter Josef Ackerl lobte die Arbeitslosenstiftung, die keine Sonntagspredigt ist. sondern ein Sieben-Tage-in-der-Woche-Beispiel. Er pochte auf mehr Solidarität der Reichen. Sie müssten teilen.
Forderung nach Grundeinkommen
Viele Themen zu Arbeit und Arbeitslosigkeit kamen zur Sprache. Teilzeit etwa, die zur Hälfte nicht freiwillig gewählt wird und eine Armutsfalle sein kann. Die zunehmenden psychischen Erkrankungen. Nicht nur aber, so der Sozialminister, ist dafür die Arbeitswelt die Ursache. Der Theologe Ansgar Kreutzer stimmte nachdenklich: Hängen wir unsere Identifikation nicht zu sehr an die Erwerbsarbeit? Was den Menschen ausmacht, ist ihm von Gott geschenkt, braucht er nicht erarbeiten. Dieses Menschenbild führe, so ein Diskussionsbeitrag, zum bedingungslosen Grundeinkommen.