In Oberösterreich begann die Katholische Arbeiter/innen-Jugend als eine „Bewegung von unten“. Ein Buch dokumentiert die Anfänge.
Ausgabe: 2012/45, Arbeiter/innen-Jugend, Aufbruchsbewegungen, Kirche, Jugend, Buchpräsentation, KAJ
06.11.2012
- Matthäus Fellinger
Es war eine der lebendigsten Aufbruchsbewegungen der Kirche von Österreich, vor allem in der Diözese Linz, als nach dem Zweiten Weltkrieg die Katholische Arbeiterjugend begann. Begeistert wurden die Impulse des belgischen Kardinals Joseph Cardijn aufgenommen. Für ihn war jeder junge Arbeiter und jede junge Arbeiterin „mehr wert als alles Gold der Erde“. Die Gründergeneration in Österreich ist alt geworden, die KAJ gibt es heute als „Forum Arbeit – KAJ“ innerhalb der Katholischen Jugend. Im Rahmen eines Projektes „Spurensicherung“ erzählten ehemalige und jetzige KAJler/innen ihre Erlebnisse, die nun dokumentiert wurden. In Oberösterreich begann die KAJ als eine „Bewegung von unten“, als etwa Hubert Lehner und Ernst Forstner nach Kriegsende durch die Linzer Pfarren zogen, um über die Probleme der jungen Arbeiterschaft zu sprechen. Unterstützt wurden sie auch von „oben“, etwa durch die Bischöfe Fließer und Zauner, sowie durch Ferdinand Klostermann. Auch Bischof Maximilian Aichern war von Jugend auf mit der KAJ seiner Heimatpfarre, den Kalasantinern in Wien, verbunden. „Die Saat der Aktivistinnen und Aktivisten ist an vielen Orten aufgegangen“, meint Aichern. Auch wenn sich die Zeiten und Probleme geändert hätten, die Erinnerung an Cardijn und die Arbeit der KAJ wäre für die Zukunft bedeutsam. Buchpräsentation. Unter dem Titel „... mehr wert als alles Gold der Erde“ wurden nun die Anfänge und die Entwicklung der Katholischen Arbeiter- und Arbeiterinnen-Jugend in der Diözese Linz in einem Buch dokumentiert. Herausgegeben wird es von Josef Mayr, Hans Riedler sowie von Helmut Wagner, in dessen Verlag das Buch erscheint. Am Mittwoch, 14. November, 19 Uhr, wird es im Cardijn-Haus (ehem. Betriebsseminar) vorgestellt.