In der Wiener Votivkirche spielt sich derzeit ein Drama ab. Der Hungerstreik von Asylwerbenden zeigt, wie schwer sich die Öffentlichkeit im Umgang mit Flüchtlingen nach wie vor tut.
Die Situation erinnert an die Besetzung der Hainburger Au in der Weihnachtszeit 1984. Damals versuchten Aktivisten den Kraftwerksbau zu verhindern. Diesmal geht es um Rechte von Asylwerbenden, vor allem um die Möglichkeit zu arbeiten sowie um zumutbare Wohnbedingungen. Damals lenkte die Politik ein. Diesmal spitzt sich die Situation zu. Es geht nichts weiter, die Asylampel steht auf Rot. Am 28. Dezember in den frühen Morgenstunden wurde das Flüchtlingscamp von der Wiener Polizei eher zerstört als geräumt, Zelte und Tische mit Baggerschaufeln „abgebaut“. Ein Teil der Asylwerbenden befindet sich seither in der Votivkirche im Hungerstreik. Das macht die Situation brisant. Österreichs Politik zeigt sich gespalten. Caritas, Kirchenvertreter, auch besonnene Politiker/innen bemühen sich um Vermittlung. Die Caritas unterstützt zum Teil die Forderungen der Streikenden, vor allem sollten sie Arbeitsmöglichkeiten bekommen. Es ist dringend, dass die Ampel auf Grün geschaltet wird – für menschliche Lösungen in der Flüchtlingsthematik.