2011 hat der Pensionist Engelbert Kefer für sein Familienhaus in Altenberg bei Linz eine Photovoltaik-Anlage errichtet. Das Ergebnis nach einem Jahr ist verblüffend.
Akribisch führt Engelbert Kefer über Stromeinträge, Eigenverbrauch, Stromlieferung an die Linz AG und Strombezug von der Linz AG Buch. So kann er belegen, dass die Investition einer Photovoltaik-Anlage nicht nur ökologisch sinnvoll ist sondern auch ökonomisch.
Anlage deckt die Hälfte des Strombedarfs
Knapp mehr als 6000 Kilowattstunden Strom erzeugte die Anlage im abgelaufenen Jahr. Natürlich war der Stromeintrag je nach Wetter und Jahreszeit verschieden. Und natürlich hatte Kefers Haus auch Strombedarf zu Zeiten, als die PV-Anlage keinen Strom lieferte. So verkaufte Kefer mehr als 4400 KWh Strom zum Billigpreis von 6,2 Cent pro KWh als Überschuss an die Linz AG. Fast 1600 KWh nutzte die Familie selbst. Um den Gesamtbedarf von etwa 3550 KWh zu decken, musste sie 2000 KWh von der Linz AG beziehen (Preis etwa 21 Cent). 27 Prozent des selbst erzeugten Solarstromes hat Familie Kefer also selbst verbraucht, womit sie 45 Prozent des gesamten Bedarfs decken konnte!
Eigenwilliges Förder-Prozedere
Heute, ist Engelbert Kefer überzeugt, rentiert sich eine PV-Anlage, auch ungefördert. Er selbst konnte Förderung in Anspruch nehmen, was ein Glücksfall bei der österreichischen Förderpraxis ist: Es war im April 2011. Das Umweltministerium eröffnete das Förder-Portal – man konnte nur über Internet eine Förderung beantragen. – Drei Minuten nach dem Start der Förderaktion schickte Engelbert Kefer seinen Antrag ab. Und war der 1984. Einreicher, aber nur etwas mehr als 1000 Ansuchen wurden berücksichtigt. Einige Monate später erhöhte das Ministerium die Fördersumme, und Familie Kefer kam doch noch zum Zug.
Statt Risiko-Veranlagung eine Umwelt-Anlage
Um zur Fördersumme von 5.300 Euro noch die benötigten Eigenmittel von 13.000 Euro aufzubringen, verkaufte Engelbert Kefer Aktien, die ihm einige Jahre davor seine Bank als Altersvorsorge riet. Die Aktien hatten viel Wert verloren. Das Geld einer Umweltinvestition zuzuführen, zog er jetzt dem Risiko des weiteren Verfalls vor. In einem Jahr hat er dadurch mehr als 600 Euro Stromkosten eingespart. Das entspricht einer Verzinsung von 5,2 Prozent. „Wer das Kapital zur Verfügung hat, dem rate ich zu dieser Investition“, sagt Kefer.
Das Wetter beachten
Familie Kefer lebt seit Jahrzehnten umwelt- und energiebewusst. Ihr Haus in Altenberg hat seit mehr als 20 Jahren eine Solar-Warmwasseranlage und ist nach der Sonne ausgerichtet, damit es optimal die Sonnen-Einstrahlung für die Raumwärme nutzen kann. Als Kefer alle Standby-Schaltungen beendete, sank der Energie-Verbrauch weiter. LED-Sparlampen sorgen für gutes Licht und geringe Energiekosten. Die PV-Anlage hat sich auch auf die Gewohnheiten der Familie ausgewirkt. Jetzt wird mit dem Wetter in Einklang gelebt: So läuft die Waschmaschine, wenn die Sonne für Strom aus der PV-Anlage sorgt. Es ist, so Kefer, ein Wissen, das früher selbstverständlich war: „Da hat die Hausfrau gewaschen, wenn die Sonne schien oder der Wind blies, weil da die Wäsche schneller trocknete.“