In Deutschland gibt es Ausstiegs-Hilfen. Darunter fallen Gespräche zur Selbstfindung und Neuverortung oder Unterstützung bei Arbeit und Wohnung oder die Hilfe in Sicherheitsfragen – es geht um den Schutz vor der Rache ehemaliger „Kamerad/innen“. Ausstiegswillige Jugendliche sind auch aus Angst vor Rache nicht bereit, in den Medien darüber zu reden.
Zivilcourage. Erstmals in der Geschichte des von SOS Mitmensch ins Leben gerufenen „Ute-Bock-Preises“ wurde dieser am 20. Jänner in Wien an einen Polizisten – Uwe Sailer aus Linz – überreicht. Sailer hatte wesentlich zur Aufklärung der Neonazi-Aktivitäten rund um die Homepage Alpen-Donau-Info beigetragen. Die Homepage wurde gestoppt, die mutmaßlichen Verantwortlichen wurden in erster Instanz verurteilt. Nachdem Sailer auch Verbindungslinien zwischen der FPÖ und der rechtsextremen Szene aufgedeckt hat, wurde er mit Anzeigen und Einschüchterungsversuchen eingedeckt.
Laufend Vorfälle. Zivilcourage und Aufmerksamkeit braucht es vielfach. Etwa gegenüber kreuz-net.at, einem Nachfolger von kreuz.net. Oder wenn gegen Asylwerber/innen Hass verbreitet wird. Oder wenn auf einer Facebook-Seite ein ehemaliger Gemeinderats-Kandidat der FPÖ postet: „... mit dem Kanackengesindel und der dazu gehörigen sympathisierenden Stadtregierung Koits etc muss aufgeräumt werden. Ich wäre für eine gezielte Umsiedlung weit in den Osten zB ins Kurhotel Auschwitz.“