Nicht nur was ankommt, sondern worauf es ankommt, will der ORF in seinen religiösen Programmen bieten – sagt Abteilungschef Gerhard Klein.
Ausgabe: 2013/05, Marathon, Prozession, Klein, ORF, Kirche
30.01.2013
- Matthäus Fellinger
Am Marktplatz der Medien werden religiöse Motive oft „gekidnappt“. Armstrong „beichtet“ im Fernsehen. „Marathon statt Prozession“ lautet dann die Devise einer sich ausbildenden Medienreligion. Gerhard Klein, Chef der Abteilung Wissenschaft und Religion im ORF-Fernsehen, äußerte bei der Thomasakademie am 23. Jänner im Linzer Priesterseminar seine Skepsis diesen „Medienreligions“-Trends gegenüber. „Religiöse Programme, die sich gut verkaufen, wollen nicht mehr, als das Bedürfnis nach dem Außeralltäglichen befriedigen“, vermutet er. Er äußert sich auch skeptisch, ob das Setzen auf elektronische Medien im Zuge der kirchlich stark propagierten „Neuevangelisierung“ wirklich erfolgreich sein könne. Insgesamt ortet der Religions-Fernsehchef ein großes Interesse der Medien am sozialen Engagement der Kirche. Es sei aber problematisch, Kirche, Religion und Glaube nur auf ihr soziales Engagement zu reduzieren. Viel mehr müsse die Gottesfrage selbst in die Mitte rücken. Das Religionsangebot des ORF hätte sich vom früheren Kirchenfunk zur unabhängigen „Religionsabteilung“ entwickelt. Sowohl mit kritischer Distanz als auch mit respektvoller Nähe zu den Religionsgemeinschaften will die Religionsabteilung des ORF dem zunehmenden Orientierungsbedarf begegnen. „Wir wollen ergründen, was ankommt, aber auch, worauf es ankommt“, meint Gerhard Klein. Im Bereich der öffentlich-rechtlichen Sender im deutschen Sprachraum biete der ORF dabei das umfassendste Angebot – betont er.