„Dank der Kinder-Erholungsaktion hat sich mein Leben sehr positiv verändert.“ – Die heute 28-jährige Nadya Rybkina aus Gomel, Weißrussland, spricht diesen Satz stellvertretend für viele Osteuropäer, die durch die Caritas Oberöstereich Hilfe erfahren haben.
Ausstellungseröffnung „Kinder von Weißrussland“ am 24. Jänner in der Landesgalerie Linz. Am Podium, von dem aus Begleit-Informationen zur Ausstellung kommen, hat auch Nadya Rybkina Platz genommen. Sie war vor etwa 20 Jahren eines der etwa 12.000 „Tschernobyl“-Kinder, die zwischen 1991 und 2009 über die Caritas ein paar Erholungswochen in Österreich verbringen konnten. Ihre Gastmutter und Organisatorin vieler Erholungsaufenthalte – Veronika Pernsteiner – ist im Publikum. Nach fünf Jahren ist Nadya jetzt wieder für ein paar Wochen in Österreich. Mit ihr mitgekommen ist die Tochter Veronika. Sie trägt den Namen von Nadyas Gastmutter – ein besonderes Symbol der Verbundenheit!
Lächeln als erste Form der Kommunikation
Die erste Kommunikation von einst, als Nadya 1991 als schüchternes Mädchen nach Oberösterreich gekommen war, ist bis heute wichtig geblieben: ein Lächeln. Es ist die Botschaft der Freude und Dankbarkeit. Es bedürfte gar nicht der in sehr gutem Deutsch gesprochenen Worte Nadyas, um das zu verstehen: Die Caritas hat ihrem Leben einen kräftigen Impuls gegeben. „Ich hätte sonst nie die Möglichkeit gehabt, Österreich und die Menschen hier kennenzulernen. Es war für mich auch die Motivation, Deutsch zu studieren.“
„Viele gute Menschen“ in Weißrussland
Wie durch die 12.000 Kinder, die auf Erholung nach Österreich kamen, hat die Caritas in Weißrussland und anderen Ländern des Ostens viele weitere Werke der Solidarität getan und weist damit in eine bessere Zukunft. Der polnische Fotograf und Steyler Missionar Korneliusz Konsek, der seit Jahren in Weißrussland arbeitet, hat Bild-Protokolle des Lebens in Weißrussland erstellt, die am Beispiel der fotografierten Kinder zeigen, wovon er überzeugt ist: „In Weißrussland gibt es sehr viele gute Menschen. Mögen sich die Leute nicht verändern, nur die Umstände.“
Die Umstände verändern
Und dass sich die Umstände ändern, dazu hilft die Caritas in Weißrussland wie in Sibirien oder in Bosnien oder in Serbien und in Rumänien. In Weißrussland ist es das Mutter-Kind-Zentrum St. Lukas bei Minsk, wo bis zu 20 krebskranke Kinder mit ihren Müttern während einer Krebsbehandlung in Minsk bleiben können. Auch KiZ-Leser/innen haben dazu viel beigetragen. Viele Kranke kommen aus entlegenen Regionen und könnten sich keinen Aufenthalt in Minsk leisten. Oder das Kinderdorf Gomel. Und eine Armenküche. In Sibirien sind es Häuser für Straßenkinder.
- Die Foto-Ausstellung „Kinder in Weißrussland“ in der Landesgalerie Linz ist bis 28. Februar zu sehen.