Seit 2008 ist die UN-Konvention über die Gleichstellung von Menschen mit Beeinträchtigung in Kraft. – Das Recht ist eine Sache, die andere, wie offen die Bevölkerung für die Gleichstellung ist. Dazu will das Institut Hartheim einen Anschub leisten.
Es muss zur gesellschaftlichen Selbstverständlichkeit werden, dass Menschen mit Beeinträchtigung dieselben Möglichkeiten haben wie Menschen ohne Beeinträchtigung.“ Inklusion ist dafür der Fachbegriff. Inklusion geht über Integration hinaus.
Nicht der Platz am Rand. Inklusion will nicht anpassen, sondern sie meint die gleichberechtigte Teilhabe aller mit ihren Besonderheiten, Fähigkeiten, Mängeln oder Auffälligkeiten. Die Gesellschaft muss toleranter werden. Von solcher Inklusion sind der Leiter von Hartheim, Mag. Josef Leitner, und die pädagogische Leiterin, Mag. Krystyna Cieslawski-Banet, überzeugt. Mag. Leitner nennt ein Beispiel von Alltags-Exklusion: Ein Mensch, der auf einen Rollstuhl angewiesen ist, kann sich kaum den Platz im Kino aussuchen. Ihm wird ein Platz am Rand zugewiesen. Von groß auf mehrmals klein. Hartheim stellt die Weichen auf Inklusion. Schon seit einigen Jahren. So gibt es bereits neun dezentrale Standorte, an denen etwa 100 Personen wohnen und arbeiten. Die Großeinrichtung Hartheim mit knapp 300 Bewohner/innen und fast 370 Menschen in der Tagesstruktur wird in kleinere Einrichtungen aufgeteilt. Ihre Betreuung ist gemeindenah. Neue Standorte werden nun errichtet – in Wilhering, Eferding und Hartkirchen Wohnhäuser, in Marchtrenk und Eferding Tagesstruktur-Einrichtungen. Die ersten Neubauten werden 2015 bezogen. Die Wohnhäuser sollen später für ein gemeinsames Wohnen von Menschen mit und ohne Beeinträchtigung offen sein.
Ängste. Inklusion löst auch Ängste aus: „Hält mein Kind diese neue Mit-Selbstständigkeit gut aus?“, fragen Eltern. Die Fachleute sind sich einige: Ja, gewiss, sie ist sehr förderlich. Die Mitarbeiter/innen von Hartheim werden in vielen Schulungs-Etappen in die neue Epoche „Inklusion“ begleitet.
Gleichwertigkeit. Niemanden ausschließen! – So einfach ist das Credo der Inklusion. Alle haben einen gleichwertigen Platz. Das Miteinander ist eine Bereicherung!