Das Entdecken neuer Energiereserven oder verbesserte Technologien können die Selbstzerstörungslogik eines unbegrenzten Wirtschaftswachstums nur hinausschieben, nicht verhindern.
Der Politologe Anton Pelinka äußerte sich anlässlich der Präsentation seines gemeinsam mit P. Herwig Büchele herausgegebenen Buches über „Qualitatives Wirtschaftswachstum“ am 29. Jänner im Linzer Landhaus skeptisch, was die Zukunftsaussichten betrifft. „Es ist nicht leicht, eine eigentlich höchst notwendige Politik durchzusetzen, bei der es um die Interessen noch nicht Geborener geht“, betonte er. Es wäre auch nicht leicht, heute Lebenden ein Verzichten auf Gewohntes nahezulegen – und genau darum geht es, soll die ökologische Katastrophe verhindert werden.
Verschärfte Verteilungskämpfe
Pelinka rechnet mit einer weltweiten Verschärfung der Verteilungskämpfe besonders um Öl, Gas und Wasser. Gemeinsam mit anderen Autoren des Buches plädiert er für eine weltweite demokratisch legitimierte Autorität, die über den Staaten stehen müsste. Die Idee eines solchen „Global Governement“ vertritt auch der Sozialethiker Herwig Büchele, ebenso Josef Riegler. „Wir brauchen eine neue Kultur der gemeinsamen Verantwortung für die EINE Welt“, fordert Letzterer. Um der „Wachstums-Falle“ zuentgehen, die zudem enorm viel Armut auf der einen und enorm anwachsenden Reichtum auf der anderen Seite mit sich bringt, braucht es auch einen grundlegenden Wandel des Lebensstils, meint Rainald Tippow als einer der hochkarätigen Autor/innen des Buches. Die Grenzen des Wachstums rücken näher – von Jahr zu Jahr, von Tag zu Tag. Das wird im Buch deutlich.
Herwig Büchele, Anton Pelinka (Hg.), Qualitatives Wirtschaftswachstum – eine Herausforderung für die Welt. Innsbruck university press 2012.