Sie spalten Baumstämme, schneiden sie mit der Kreissäge auf bestimmte Längen zu, verarbeiten das Holz zu Brennmaterial. Wieder andere schleifen Holz für Osterhaserl-Steher. Alles unter einem Dach, dem Dach von invita, Caritas.
Willibald Kreinecker leitet den Verbund Mitte von invita der Caritas für Betreuung und Pflege, deren Zentrale in Engelhartszell ist. Aber auch außerhalb der Zentrale gibt es mittlerweile schon viele Einrichtungen, in denen im Rahmen der psychiatrischen Nachsorge Wohngruppen geführt und fähigkeitsorientierte Arbeiten angeboten werden. So in Buchkirchen bei Wels, wo 25 Menschen mit Beeinträchtigungen mit den eingangs erwähnten Arbeiten beschäftigt sind. Oder in Wels, Linz, Haiding, wo mehrere Klienten in Wohnungen betreut werden. Stark ausgebaut ist auch die mobile Betreuung – alleine in Linz kümmern sich die mobilen Sozialarbeiter/-innen um 18 Menschen.
Handwerken und gestalten
Eine Frau bemalt mit großer Freude Holzvogerln. Aktuell macht ihr das Bemalen von Holz-Vogerln Spaß. Hinter ihrem Arbeitsplatz steht ein Tischchen, dessen Platte sie kunstvoll in Einlege-Arbeit gestaltet hat. Auch ein Mann ist bei der Malgruppe; er arbeitet hier schon länger als acht Jahre. In einem anderen Raum stellen drei Mitarbeiter für die Industrie Musterplättchen zusammen. Michael Attwenger steht in der Tischlerei an der Schleifmaschine. – Die Arbeit bei invita ist abwechslungsreich.
Wohnen und arbeiten
invita Caritas ist zu einem großen Dienstleister in der psychiatrischen Nachsorge gewachsen. Derzeit werden etwa 330 Bewohner/innen und Beschäftigte von 330 Mitarbeiter/innen betreut. Zum Beispiel in den Vollbetreuungs-Einrichtungen wie dem Seniorenwohnhaus in Engelhartszell oder dem Pamingerhof in St. Ägidi bzw. dem Moserhof in Neukirchen. Für Menschen mit organischem Psychosyndrom, Autismus oder anderen speziellen Formen psychischer Beeinträchtigungen mit intensivem Betreuungsbedarf stehen zudem spezifische Wohnformen zur Verfügung. Seit etwa einem Jahr gibt es auch einen invita-Verbund Pfaffing. Dort werden zwei Wohngruppen und eine kleine Tagesstruktur angeboten.
Mobile und stationäre Betreuung
Es braucht einen Bescheid von der Bezirkshauptmannschaft, um in eine Wohnbetreuung oder in die Tagesstruktur zu kommen. Wohnen und arbeiten sind nicht immer einfach unter einen Hut zu bringen, es ist auf die individuellen Bedürfnisse zu achten. In der mobilen Betreuung gibt es zusätzliche Herausforderungen: Da sie auf Freiwilligkeit beruht, kommt es vor, dass Betreuer/innen vor verschlossener Tür stehen. Auch die Messies, die ihre Unterkunft mit tausend Sachen zumüllen, können Betreuung an die Grenzen bringen. Ziel aller Bemühungen ist, den Betroffenen zu ermöglichen, weiterhin selbstständig wohnen zu können. Mit Ausdauer und Geduld sind kleine Erfolgsschritte möglich.