Ordensspitäler werden bei der Gesundheitsreform übergangen
Kirchliche Krankenhäuser erbringen 20 Prozent der Spitalsleistungen. Sie können aber künftig bei großen Struktur- und Reformentscheidungen nicht mehr mitreden: Sie sind in den entscheidenden Gremien nicht vertreten.
Schwer verärgert über das geplante Bundesgesundheitsgesetz haben sich die heimischen Ordensgemeinschaften gezeigt. Der Gesetzesentwurf, der derzeit in Begutachtung ist, sieht neu zu errichtende Bundeszielsteuerungskommissionen (auf Bundes- und Länderebene) vor, in denen die wichtigen Weichen jeder künftigen Strukturplanung und Gesundheitsreform gestellt werden sollen. Die Ordenskrankenhäuser sollen laut Plan in diesen Gremien aber nicht vertreten sein, so P. Erhard Rauch, Leiter der Arbeitsgemeinschaft der Ordensspitäler Österreichs. Und das, obwohl die 30 Ordenskrankenhäuser in Österreich 20 Prozent der medizinischen Versorgungsleistung erbringen würden. Das geplante Gesetz sei daher nicht nur vom medizinischen, sondern auch vom demokratiepolitischen Standpunkt mehr als fragwürdig, so Rauch bei einer Pressekonferenz kürzlich in Wien. Er kritisierte zudem auch, dass die Orden bei der Entstehung des Gesetzes nicht mit einbezogen worden wären.
Herausragende Leistungen
Manfred Greher, Ärztlicher Direktor des Herz-Jesu-Krankenhauses in Wien, und Marcus Franz, Ärztlicher Direktor des Hartmannspitals in Wien, wiesen bei der Pressekonferenz auf herausragende Leistungen der Ordensspitäler im medizinischen, aber auch organisatorischen Bereich hin: Viele Ordensspitäler würden in einem hoch spezialisierten Bereich eine Spitzenstellung einnehmen. So sei beispielsweise im Spital Göttlicher Heiland in Wien ein Weltpatent zur Inkontinenzversorgung bei Männern entwickelt worden. Das Implantat werde weltweit eingesetzt.
Federführend im menschlichen Bereich
Sr. Cordis Feuerstein, stellvertretende Leiterin der Arbeitsgemeinschaft der Ordensspitäler Österreichs, wies darauf hin, dass die kirchlichen Krankenhäuser nicht nur im medizinischen, sondern vor allem auch im menschlichen Bereich federführend seien.