„Nur weil die Medizin am Ende ist, heißt es noch lange nicht, dass die Hilfe am Ende ist.“ – Das Netzwerk Hilfe der Gebietskrankenkasse sei genau in diesen Situationen ein wichtiger Ansprechpartner.
Der Sprecher der Oö. Gebietskrankenkasse, Mag. Harald Schmadlbauer, reagiert mit dieser Stellungnahme auf die Sorge einer Mutter. Sie meint, für ihr „austherapiertes“ und „medikamentenresistentes“ schwer krankes, sterbendes Kind bliebe sie von der Krankenkasse im Stich gelassen. Die Sorge bezieht sich vor allem auf kostenintensive Hilfen zur Verbesserung der Lebensqualität am Lebensende.
Begründung ist wichtig
Wenn Hilfen begründet sind – bezahlt die Gebietskrankenkasse! Das sagen auch Winfried Weghuber, der Leiter des Kundenservice Linz, und Monika Danhofer, Koordinatorin für das Netzwerk Hilfe in der Gebietskrankenkasse. Die Hilfen müssen schulmedizinisch begründet sein. Gerade bei Kindern können sie sich nicht denken, dass es zu solchem Rückzug der Krankenkasse kommen könnte. Selbst über die Schulmedizin hinaus könne es Unterstützung geben. Zum Beispiel würden auch, wenn es begründbar ist, „eher außergewöhnliche Therapieformen übernommen“. Der Leistungsausschuss unter Mitwirkung des Chefarztes bewertet Ansuchen. Ein Unterstützungsfonds in der Krankenkasse übernimmt die Bewertung von Ansuchen, die über den normalen Leistungs-Umfang der Krankenkasse hinausgehen. Immer wieder werden solche Kosten teilweise übernommen.
Kein Nicht
Es gibt kein grundsätzliches Nicht in der Hilfe für schwer kranke, mitunter ans Ende ihres Lebens gekommene Kinder oder Erwachsene. Viele Anbieter und viele Hilfestellungen sind oft von einem undurchschaubaren Dickicht der möglichen Hilfe zugedeckt. Hier setzt das Netzwerk Hilfe ein. In ganz Oberösterreich gibt es bei der Gebietskrankenkasse 75 Ansprechpartner/innen, in jedem Bezirk mindestens eine/n. Sie sind geschult, die Hilfe zu vernetzen – vom Spital über niedergelassene Ärzte, Bandagisten, soziale Dienste, Selbsthilfegruppen, Hauskrankenpflege, Hospizbewegungen bis hin zu Rechtsansprüchen vom Arbeitsmarktservice, den Pensionsversicherungen und zur Psychotherapie. Hilfe sei umfassend zu verstehen – finanziell, psychisch und sozial. Das bedeute, dass es auch Verständnis für die verzweifelte Situation von Eltern gebe, die für ihr schwerstkrankes Kind alles versuchen wollen und Alternativen zur Schulmedizin suchen. Die Krankenkasse ist da natürlich in einer schwierigen Situation, muss auch die Seriosität der Alternativen beachten.
Über vieles kann man reden
„Aber reden können wir über vieles“, sagt Winfried Weghuber. Schmadlbauer weist darauf hin, dass unabhängig von der „Denkschule“ des Behandlers der Faktor Mensch eine große Rolle spiele. Andererseits boomt der Markt, der Heilung in Aussicht stellt. Gerade mit Schmerz-Patienten werde oft ein böses Spiel gespielt. Da kann die Krankenkasse nicht mitmachen. „Unsere Entscheidungen muss ich der Gemeinschaft der Versicherten erklären können“, sagt Schmadlbauer. Die im Erstattungskodex erfassten Mittel sind jedenfalls im Leistungsumfang der Krankenkasse.
Zugang erleichtern
Wenn eine Leistung nicht bewilligt wird, liege es häufig daran, dass in der Verordnung etwa einer außergewöhnlichen Versorgungsform eine nachvollziehbare Begründung fehle, meint Harald Schmadlbauer. Auch hier kann das „Netzwerk Hilfe“ mögliche Lösungen aufzeigen.
Stichwort: Netzwerk Hilfe
- 4500 Betreuungen im Jahr 2012. 75 Ansprechpartner/innen in der Oö. Gebietskrankenkasse arbeiten im „Netzwerk Hilfe“. Im Jahr 2012 wurden 4500 Betreuungen abgeschlossen. Insgesamt suchten 5900 Kundinnen und Kunden die Unterstützung des Netzwerkes. Ein Anruf bei der Gebietskrankenkasse genügt, und Sie werden zu Ihrem/Ihrer Ansprechpartner/in weitergeleitet: 05/78 07-0.