Zur österreichischen Krankenhausseelsorge-Tagung in St. Pölten kamen am 5. bis 6. März 220 haupt- und ehrenamtliche katholische Seelsorger/innen, dreißig davon aus der Diözese Linz. Das Treffen stand unter dem Thema „Leid erfahren – Heil und Heilung finden“.
Ausgabe: 2013/11, Krankenhausseelsorge, Leid, Heilung, Leben
13.03.2013
„Nicht mehr der Tod, sondern das Leid ist tabuisiert“, sagte Monika Renz, Musik- und Psychotherapeutin und Leiterin der Psychoonkologie am Kantonsspital St. Gallen bei der Seelsorgetagung. Die Debatte über Menschenwürde darf „nicht nur aus praktischer und subjektiver Sicht“ geführt werden, da sich niemand anmaßen könne, über Wert oder Unwert von Leben und auch Leiden zu urteilen.
Den Lebenskorb füllen
Dazu müsse auch das Leiden enttabuisiert werden., so Renz. Das Bewusstsein der Endlichkeit könne zum „Leben in der Gegenwart und zu Erfüllung“ führen, betonte sie. „Die Antwort auf Leiden ist einfach Leben – wie es auch kommt.“ Die Seelsorger/innen könnten den Leidenden und Sterbenden dabei helfen, „was jetzt ist, zu leben, um es einzubringen in den großen Korb der Ernte“. Was damit gemeint sei, das wüßten die Patientinnen und Patientenen sehr genau. Es sei zwar „richtig, dass der Sterbende alleine ist“, sagte Renz. Gleichzeitig ist er jedoch „nicht verschlossen, sondern offen“. Der ganze Sterbeprozess sei „geheimnisvoll dialogisch“, so ihre Erfahrung.